Kunst, die Zeit und Zufall einfängt

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Sara Förster und Ulrich Bernhardt stellen beim Kunstverein Aalen aus.
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„Das Unvorhersehbare“ zeigt beim Kunstverein Aalen Arbeiten von Sara Förster und Ulrich Bernhardt.

Aalen. Es ist ein Neuanfang in gleich mehrfacher Hinsicht. Nach langer Pandemiepause wurde am Freitagabend beim Kunstverein Aalen erstmals wieder eine Ausstellung eröffnet. Zudem stellte sich damit auch Ines Mangold-Walter als dessen neue Vorsitzende vor. Und erstmals begrüßte Oberbürgermeister Frederick Brütting die Kunstinteressierten im ersten Stock des Alten Rathauses.

Rund 50 an der Zahl sind es, vor denen Brütting zunächst der neuen Vorsitzenden für ihr ehrenamtliches Engagement dankt. Immerhin sei sie erst vor ein paar Wochen Mutter geworden, so Brütting. „Es ist höchste Zeit für Kunst und Kultur“, so Brütting. Nach der Pandemie, aber auch als Gegenentwurf zu „all dem Schrecklichen, was passiert.“

Künstlergespräch mit Sara Förster und Ulrich Bernhardt

Kunst habe die Funktion, die Gesellschaft zu spiegeln, sie zu kritisieren, mit ihr in den Dialog zu treten - so Ines Mangold-Walter zum Motto des diesjährigen Programms des Kunstvereins „Dialog.“ Die Kunstvereinsvorsitzende setzte diesen Dialog zugleich in Gang mit einem Künstlergespräch und der Frage, worin Förster und Bernhardt ein Bindeglied zwischen der jeweiligen Kunst des anderen sehen. „Wir arbeiten beide mit dem Zufall und der Zeit“, so Bernhardt. Mit Dingen, die man nicht steuern könne. „Wir wissen zunächst gar nicht, wie das Ergebnis aussieht“, sagt Sara Förster dazu.

Analog statt digital - so arbeiten die beiden Künstler

Sara Förster fotografiert nicht, sondern arbeitet ausschließlich mit dem Fotomaterial. Drei künstlerische Formen zeichnen ihre ausgestellten Werke aus. Fotogramme, Cyanotypien, und Polaroid. Sie brauche immer den haptischen Moment, sagt die Künstlerin. „Der Zufallsmoment, die Überraschung des Materials, das führt mich weiter.“

Ulrich Bernhardt zeigt in der Ausstellung vor allem Werke, die durch Doppelbelichtungen entstanden sind. „Das Foto zeigt uns so nicht das Typische, was die Realität uns zeigt“, sagt Bernhardt. Seine Filme lagere er im Kühlschrank und lege sich erst nach Jahren noch einmal ein. „Das ist Entschleunigung in einer Welt der Bilderüberflutung“, so der Stuttgarter Künstler. In seinen Arbeiten führe er Natur und Kunst zusammen. Eines seiner Werke zeigt Kleinstlebensweisen und Massen von Menschen in einer Überlagerung. Entstanden ist es im Jahr 2018. Es trägt den Titel Pandemie und zeigt deutlich, was Zeit und Zufall bedeuten.

Öffnungszeiten von Ausstellungen und Preise: Montag und Dienstag geschlossen, Mittwoch 14  Uhr bis 17  Uhr, Donnerstag 15  Uhr bis 19:30 Uhr (ab 17:30 Uhr „Stunden der Kunst“ mit kostenlosem Eintritt), Freitag bis Sonntag und an Feiertagen 10:30 bis 17:00 Uhr. Regulärer Eintritt: 5 EUR, ermäßigt: 3 EUR

Eröffnung der Ausstellung "Das Unvorhersehbare" mit Arbeiten von Sara Förster und Ulrich Bernhardt beim Kunstverein Aalen.
Eröffnung der Ausstellung "Das Unvorhersehbare" mit Arbeiten von Sara Förster und Ulrich Bernhardt beim Kunstverein Aalen.
Eröffnung der Ausstellung "Das Unvorhersehbare" mit Arbeiten von Sara Förster und Ulrich Bernhardt beim Kunstverein Aalen.

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