Kunst überwindet Grenzen

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Für seinen Würstchenstand hat Ulrich Natterer fast alle Zutaten aus Papp-Maché geformt.
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Fünf aus dem Ostalbkreis stellen im Torbogenmuseum in Königsbronn aus.

Königsbronn. Einen undurchdringlichen Vorhang hat die Kunst zur Seite geschoben. Sie hat mit der Ausstellung im Torbogenmuseum in Königsbronn die Grenze zwischen dem Ostalbkreis und dem Kreis Heidenheim überwunden. Mit diesen Worten hat sich der stellvertretende Bürgermeister Engelbert Frey über die künstlerische Gegenwart von fünf Kunstschaffenden aus dem Nachbarkreis gefreut. Grenzen zu überwinden ist schließlich eine der vornehmsten Aufgaben von Kunst.

Kann sie sich dann noch in einem schönen Ambiente mit großer historischer Tradition präsentieren, wie einem ehemaligen „königlichen Jagdschloss“, bleibt nichts zu wünschen übrig. Zumal wenn der Fokus von reiner Abstraktion konkreter Kunst bis zu humorvoll-handfester Figürlichkeit reicht.

Dafür sorgen die Maler Ulrich Brauchle, Paul Groll und Stephan Wolter sowie die Puppenbauerin Traudel von Röthardt und ihr Mann Uli Natterer mit ihren vielfältigen Kreationen.

Mit dem Paar aus Aalen hat die Kunsthistorikerin Dr. Sabine Heilig aus Nördlingen - eine weitere Grenzüberschreitung - ihre Einführung begonnen. Sie rühmt die die Perfektion der Machart, den Ausdruck der aus Lindenholz geschnitzten Köpfe und die liebevolle Bearbeitung der Körper bis hin zu den ätherisch harmonisch schönen Figurinen aus unterschiedlichsten Materialien.

Weniger um Ästhetik als ganz konkret um die Wurst geht es in seinem Installationsstand „Hot Dog Dream“ mit seiner Überfülle aus Papp-Maché geformten skurril-frechen Figürchen, Bockwurstvariationen und sich bewegenden kinetischen Objekten. Diesen Bastler vor dem Herrn zeichnet, so Sabine Heilig, „eine überquellende Phantasie aus.“

Neue kleine Malereien und Zeichnungen hat der Ellwanger Ulrich Brauchle nach Königsbronn gebracht. Sie assoziieren in ihrer reduzierten Formensprache „eine Vielzahl von optischen Geschichten aus dem großen Spektrum der Natur.“

Ein echtes Seherlebnis bieten die Arbeiten des ebenfalls in Ellwangen geborenen Stephan Wolter. Das gilt in gleicher Weise für seine von Kohle dominierten grafischen Blätter wie für seine „geometrisch-abstrakte“ Malerei, „die sich intensiv mit dem Thema Raum beschäftigt.

Der Bunteste in der Runde ist der Lauchheimer Paul Groll. Was für Uli Natterers Wurststand gilt, trifft auch auf seine Bilder zu - eine auf den ersten Blick chaotische Farbenfülle, aus der sich menschliche Formen herausbilden. Wie seine dem Betrachter sich öffnenden Hände. Auf alles, was die Ausstellung zeigt, trifft seine Maxime zu: „Über/mit Kunst kann man kommunizieren, das zeichnet den Menschen aus. Anschauen = anregen = aufregen = erregen!“

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von zwei jungen Gitarristen der grenzüberschreitenden Musikschule Oberkochen-Königsbronn.

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