Kurze Tragödien aus Zotts Feder

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Zotts Werke gibt es auf Anfrage beim Künstler. Foto: privat
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Der Ellwanger Claudius Zott hat ein Buch mit seinen Gedichten und Illustrationen von Marcel Hafner veröffentlicht.

Ellwangen. „Werke“ - so kurz und knapp nennt der Ellwanger Musikant Claudius Zott sein erstes nun veröffentlichtes Büchlein. Das passt, denn es sind ja nicht nur Gedichte aus Zotts Feder darin zu lesen. Zwischen den gelb-schwarzen Büchlein-Deckeln mit dem Zott-„Z“ darauf finden sie auch Fotos und Songs. Blättert man es durch, dann kann man zwischen den Seiten zudem fünf griffig-feste Postkarten mit Illustrationen von Marcel Hafner - auch bekannt als „Selle“ von den Stumpfes - entdecken.

Viele Gedichte des Autors haben nur ein paar Zeilen - prägen sich somit schnell ein. Nicht von ungefähr weist Bernd Riedmüller in seinem Vorwort darauf hin, dass sie sich zügiger auswendig lernen lassen, als Schillers Dichtung über die „Glockenherstellung. Der Vergleich passt zum Buchinhalt. In Vier- oder Fünfzeilern geht es in wenigen Worten prägnant um Themen wie das international verbreitete Gefühl gegenüber Fremden, die Zukunft, Politik oder einfach auch nur Wolken. Gedichte als kurze Tragödien - die den Lauf des Lebens wohl eines fast jeden spiegeln. Manchmal bitterböse.

Irrwege im Schilderwald

Fünf dieser Gedichte hat Hafner illustriert: „Die Liebe“, „Die Vorstadt“, „Die Dichter“, „Die Farben“ und „Alt“. Treffend, aber nicht plakativ bringen sie die Texte dazu bildnerisch auf den Punkt. Das sitzt etwa der Dichter am blanken Tischlein, die Haare wirr, das Rotweinglas voll, die Flasche leer. „In jenem bin ich doch Genie: Der Trägheit, Trunksucht, Lethargie“, schreibt der Autor dazu.

Zwischen zeigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen vor allem Irrwege im deutschen Schilderwald auf. Fünf Songtexte ergänzen zudem im Buch Zotts Wortuniversum: Mei Ruah, Butzi, Auf Wiedersehen, Ei, ei, ei und Natasha. ⋌⋌Dagmar Oltersdorf

Erschienen sind „Zotts Werke“ beim Verlag dreizehnodervierzehn. ISBN 978-3-948529-11-6. Ein Buch kostet 20 Euro, bestellbar unter www.zottzott.de

Claudius Zott (l.) und Marcel "Selle" Hafner bei der Präsentation des Buches im Juli.

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