Kurzweiliger Barock und ein Trompeter

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Zum Saisonende präsentierte der Konzertring ein feines Programm in der Aalener Stadthalle

Aalen. Das kleine Orchester wird von seinem Dirigenten überragt. Es ist asymmetrisch besetzt: acht Geigen sitzen drei Bratschen, zwei Celli, einem Kontrabass gegenüber, im barocken Mittelteil des Konzertes kommt eine Cembalistin dazu. 15 Köpfe, davon neun Frauen, fünf Männer, auch gendermäßig ein untypisches Ensemble. das Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau in der Aalener Stadthalle.

Ausgewogen ist dann das Spiel der Profis unter der Leitung von David Marlow. Eine Komposition des spanischen Dirigenten Eduard Toldrà als Ouvertüre mit leichtfüssigen Ecksätzen und einem expressiven, schön melancholischen Nocturn in der Mitten.

Barocker Hauptteil

Ein sehr kurzes „Konzert“ von Vivaldi und eine ebenso lakonische „Sinfonia“ vom selben Meister leiten den barocken Hauptteil des Abends ein. Das Orchester ist eingespielt, präsentiert die Stücke mit lebendiger Routine; im dritten Satz der Sinfonia feiert die barocke Lebensfreude musikalische Urständ, angetrieben und gestaltet vom lebhaften Dirigat des umtriebigen David Marlow.

Dann Auftritt des als internationaler Star angekündigten Trompeters Simon Hofele, der mit zwei Trompetenkonzerten von Tomaso Albinoni und Johann Georg Neruda brilliert. Von weich bis fanfarig, vom lyrischen Legato bis zu überwältigende Virtuosität scheint dem 27-Jährigen alles zur Verfügung zu stehen, was einen Supertrompeter ausmacht. Betrachtet man seine ausufernde Auftrittschronik, darf man eine weltweite Karriere erwarten.

Das verständige Aalener Publikum dankt mit herzlichem Beifall, Hofele antwortet mit einem modernen Stück, dessen schrillen Rhythmus er mit auskomponierten Fußstampfern markiert.

Klingt leicht und locker

Schließlich zeigt das Kammerorchester, wie gut es mit der froh verspielten Simple Symphony op.4 von Benjamin Britten umgehen kann. Leicht und locker klingt das Ensemble, die Continuo-Gruppe emanzipiert sich aus der Begleiterrolle und klingt selbstbewusst und stabil. Der Dirigent arbeitet die witzigen Kontraste, die frischen Ideen, die angenehmen Melodien mit leichter Hand heraus.

Als Zugabe versetzt das Air von J.S.Bach vollends Instrumentalisten und Publikum in gute Stimmung. Rainer Wiese

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