„Mad Max“ -Fanfilm aus der Region

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Dreharbeiten zum Fanfilm "Hope and Glory".
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Drei gebürtige Heidenheimer drehen in der Region einen Film, der sich an die Kultreihe anlehnt. Wie alles begann, wer dahintersteht und wie es nun weitergeht.

Dreharbeiten zum Fanfilm "Hope and Glory".
Dreharbeiten zum Fanfilm "Hope and Glory".
Dreharbeiten zum Fanfilm "Hope and Glory".
Dreharbeiten zum Fanfilm "Hope and Glory".
Dreharbeiten zum Fanfilm "Hope and Glory".
Dreharbeiten des Mad Max-Fanfilms "Hope and Glory".

Bartholomä

Die Liebe versetzt bekanntlich Berge. Dass das nicht nur für Menschen gilt, beweisen aktuell Filmfans, die aus der Region stammen. Die Begeisterung für „Mad Max“ - die Kult-Reihe des australischen Regisseurs und Drehbuchautors George Miller - lässt sie für ein ganz besonderes Projekt brennen. „Hope and Glory - a Mad Max Short Film“ soll beweisen, wie groß diese Liebe dreier Männer zu diesem „Baby“ ist. So nennt „Hope and Glory“-Regisseur Erik van Schoor den Endzeit-Kurzfilm liebevoll. Miller höchst selbst soll denn Film, wenn er 2023 fertig ist, zu sehen bekommen, verrät van Schoor.

Erik van Schoor ist gebürtiger Heidenheimer, ebenso wie der gelernte Kfz-Mechaniker und Filmproduzent Adrian Martin. Mit dessen Tüftelei wiederum begann alles, wie der dritte im Bunde Johannes Pfau, Kameramann aus Bartholomä, erzählt. Alle drei kennen sich seit langem. „Adrian Martin hatte die Idee, einen Mad Max-Fanfilm zu machen und begann, dafür ein Auto zu bauen. Dann ist der Stein ins Rollen gekommen“, sagt Pfau. Seitdem ist aus diesem Stein eine Lawine geworden, so Pfau. Nachdem das Auto fertig gewesen sei, habe man alles für möglich gehalten. Mittlerweile fünf Drehblöcke hat das Filmteam hinter sich. „Einer größer als der andere.“

Actionfilmdreh im Stollen

Zwei dieser Blöcke drehte das Team in der Region. Im Steinbruch Burgberg beim Lonetal und im Otilienberg-Stollen, einem ehemaligen Luftschutzstollen, in Heidenheim. „Mad Max“ steht für eine Welt, in der Benzin zu Gold geworden ist. Für ein Leben nach der Apokalypse und den Überlebenskampf mit allen Mitteln.„Die Qualität ist immer weiter gewachsen“, sagt Johannes Pfau. Mittlerweile drehe man mit großen Kinokameras. Eineinhalb Filmminuten pro Drehtag in 24 Tagen. „Das kann sich keine andere Produktion erlauben“, weiß Pfau, der bei professionellen Kinoproduktionen mitarbeitet. Möglich gemacht habe den Riesenaufwand auch das Storyboard mit 500 Einzelzeichnungen von Erik van Schoor, der professioneller Comiczeichner ist, und der die Idee des existierenden Comics „Hope and Glory“ für den Film umsetzte. „Da hat uns geholfen, eine gemeinsame visuelle Idee zu verwirklichen“, sagt Pfau.

Fans der Filmreihe sind alle. Johannes Pfau ist zwar ohne Fernseher aufgewachsen, war aber viel im Kino in Gmünd und Heidenheim. Erik van Schoor erinnert sich, wie er als Elfjähriger heimlich den ersten Teil im Fernsehen gesehen hat. „Bei Fury Road dachte ich dann: da hat jemand einen Film genau für mich gemacht“, sagt er. Die Orchestrierung der Bilder, die Inszenierung der Action, wenig Dialoge und all das von einem damals 70-jährigen Regisseur. „Ich habe das alles erlebt und gespürt“, erzählt er. Als dann das Auto fertig gewesen sei, dachten die drei: „Jetzt ist das Schwierigste geschafft“. Einfach war es trotzdem nicht. Im Januar etwa habe man ein Set gehabt, das in einer heißen Wüstenwelt spielt. „Die Darsteller mussten aussehen, als ob sie schwitzen“, sagt Johannes Pfau. Dabei hätten alle gefroren. „Da kamen alle stark an ihre körperlichen Grenzen“. Alle, das ist ein komplettes Filmteam, das aufwendige Kostüme, Masken und Szenenbilder geschaffen hat. „Alle haben eine große Passion für das Projekt, alle arbeiten unbezahlt, weil sie das cool finden“, so Pfau. „Mad Max, das ist wahnsinnige Action, die Filmgeschichte geschrieben hat.“

Für den Fanfilm fehlen nun noch die Wüstenfahrt-Szenen, die die einzelnen Locations verbinden. Das Team plant, nach Dänemark oder Spanien zu fahren, um dort an einen der langen Strände zu drehen. Deshalb gibt es nun auch eine Crowdfunding-Aktion zum Projekt.

Ist der rund 40-minütige Film fertig, soll er auf jeden Fall im Heidenheimer Capitol gezeigt werden. „Wir wollen ihn ja nicht nur auf Youtube versauern lassen“, so Pfau weiter. Regisseur Erik van Schoor verspricht: „Sie werden die Region nicht wieder erkennen.“

Crowdfunding und Trailer: https://www.kickstarter.com/projects/johannespfau/mad-max-short-film. 

Dreharbeiten zum Fanfilm "Hope and Glory".
Mad Max Fanprojekt Foto: Johannes Pfau

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