Männer, Frauen - und die komplexen Beziehungen

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Frauen dominieren die Bühne in der Inszenierung von Regisseur Marco Graša des Stückes „Bernarda Albas Haus“ Foto: privat

„Bernarda Albas Haus“ läuft ab dem 7. Oktober erstmals im Saal des Naturtheaters.

Heidenheim. Mutterliebe ist großartig. Aber was, wenn sie so groß ist, dass sie brutal jeden aufkeimenden Wunsch nach Lebendigkeit erstickt?

Das Herbststück des Naturtheaters Heidenheim „Bernarda Albas Haus“ stammt aus den 1930er Jahren, bleibt in seinen Inhalten aber auch aus heutiger Sicht aktuell. Durch biografische Erarbeitung der Charaktere setzt sich die Inszenierung von Regisseur Marco Graša mit Fragen nach weiblichen Rollenbildern im Kontext einer aufgeklärten, aber immer noch genderstereotypen Gesellschaft auseinander. Welche Rolle spielen Männer und die unterschiedlichen Beziehungen zwischen Männern und Frauen für das Leben einer Frau? Welche Rolle spielen Beziehungen zu Frauen für Frauen und inwieweit bestätigen sich weibliche Rollenbilder vor allem und gerade im weiblichen Kontext immer wieder?

Der Plot

Darum geht es: Bernarda Alba ist eine Mutter voller fanatischer Liebe und tradiertem Standesdünkel. Mit ihren selbstgerechten Ansprüchen tyrannisiert sie alle. Ihre Töchter lieben sie nicht, ihre Dienstboten fürchten sie.

Nach dem Tod ihres zweiten Ehemanns ordnet Bernarda eine achtjährige Trauerzeit für das Haus und ihre fünf Töchter an. Isoliert von der Außenwelt bleibt den jungen Frauen nur die Beschäftigung mit dem Nähen ihrer Aussteuer und miteinander. Die älteste Tochter Angustias darf sich mit dem Bauernburschen Pepe el Romano verloben, da sie die nötige Mitgift besitzt. Mit seinen abendlichen Besuchen bei Angustias ist Pepe der einzige Mann, der in die Nähe der Schwestern kommt. Er beherrscht ihre Träume und Sehnsüchte und wird zur Ursache von Hass und Missgunst der jungen Frauen gegeneinander. Denn nicht nur Angustias liebt Pepe.

Der Bühnenraum bietet nicht nur die Spielfläche für das rein weibliche Ensemble, sondern auch Raum für Projektionen und in der Rollenarbeit entstandene Textfragmente, die der Handlung neue Aspekte verleihen.

Premiere ist am 7. Oktober, um 20 Uhr im Saal des Naturtheaters. Weitere Aufführungen am 8.10., 14./15.10., 21./22.10. sowie 28./29.10., jeweils um 20 Uhr.

Tickets unter www.naturtheater.de und an bekannten Vorverkaufsstellen.

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