Malerei einer Woodstock-Legende

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Bob Dylan - Werke in der Villa Seiz
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Das Museum Villa Seiz in Schwäbisch Gmünd zeigt Werke von Bob Dylan. Ein Dialog mit der Gegenwartskunst.

Schwäbisch Gmünd

Woodstock-Legende, Nobelpreisträger, vieles bringt man mit Bob Dylan in Verbindung. Seine Malerei steht im Schatten dieser Erfolge, dabei ist der heute 80-Jährige seit jungen Jahren mit der Kunst verbunden. Oft sind es spontane Arbeiten nahe liegender Dinge: Ted Bauer, Geschäftsführer von Premium Modern Art, nennt bei der Ausstellungseröffnung „Bob Dylan“ im Museum Villa Seiz in Schwäbisch Gmünd Alltagsgegenstände und Menschen, die Dylan festhält. Die leere Zigarettenschachtel, eine Rose, aber auch den Fischer gleich nebenan. „Für Bob Dylan war und ist die Malerei eine Entspannung zwischen seinen Auftritten“, sagt der Redner bei der Vernissage. Zu sehen gibt‘s Grafiken des Multitalents, aber auch Werke von Künstlern, die sich zum Teil mit Bob Dylan beschäftigen. Wie Armin Mueller-Stahl, der Dylan in ein abstraktes Werk einbringt, in dem die Umrisse des Künstlers aber klar zu erkennen sind.

Dass Dylans malerisches Werk weniger bekannt ist, liegt vermutlich am Erfolg seiner Musik. 600 Songs hat er geschrieben, mit „Like a Rolling Stone“ einen Allzeit-Hit gelandet, bis heute werden seine Titel auch von jüngeren Künstlerinnen und Künstlern gecovert. Mit Farbe gearbeitet hat der Musiker schon in den frühen 1960er-Jahren. Erstmal richtig bekannt wurde dieses Talent 1970. Bob Dylan gestaltete das Cover seines Albums „Self Portrait“ mit einem Selbstportrait in Öl.

Dass er die Kunst durchaus ernst nahm, zeigt sein Interesse: Er ließ sich in jungen Jahren von dem 1978 verstorbenen Expressionisten Norman Raeben unterrichten. Auf Ausstellungen mit Arbeiten Dylans mussten Kunstfreunde länger warten. Erst um die Jahrtausendwende wurde die Szene auf das Talent so richtig aufmerksam.

Im Museum Villa Seiz kann man sich von diesem Talent überzeugen. Das Bild „Dad's Restaurant“ ist voller Emotionen, der Gesichtsausdruck der zentral platzierten Person lässt viel Raum für Interpretationen, die nächtliche Szene lebt ebenso von der genauen Beobachtung des Künstlers wie das Werk mit dem Fischer, der zwischen fast bedrohlich wirkender Bergkulisse und offenem Meer wie verloren wirkt.

„A Tribute to Bob Dylan“, dafür hat Andrea Seiz dem weltbekannten Darsteller weitere bedeutende Künstler zur Seite gestellt. Unter anderem Stephan Balkenhol, Eric Decastro oder auch Dan Pyle. Andreas Futter ist dabei, der in Schwäbisch Gmünd lebende Künstler, der jüngst die Wege zur Kunst in Straßdorf mit der drei Meter hohen Skulptur „Weitblick“ bereichert hat. Hoch hinaus geht er auch mit seinen Arbeiten, die in dieser Ausstellung zu sehen sind. „Himmelsstürmer I“ nennt Andreas Futter die bemalte Bronzeskulptur, in der er seine Protagonisten bis zu den Wolken und darüber hinaus klettern lässt. Dem augenzwinkernden Charme dieser Arbeiten gegenüber stehen die feinen Linien von Max E. Seiz, der diese Villa zum Ort der Kunst erhoben hat. So korrespondiert die Skulptur einer in sich versunkenen Frau mit dem Bild Romulo Kuranyis, es zeigt die Silhouette Bob Dylans samt einer Sprechblase: „If you need Somebody you can trust, trust Yourself“.

Die Ausstellung „Bob Dylan“ im Museum Villa Seiz in Gmünd, Nepperberg 4, ist bis 31. Oktober zu sehen. Geöffnet ist Freitag von 17 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Bob Dylan - Werke in der Villa Seiz
Bob Dylan - Werke in der Villa Seiz
Bob Dylan - Werke in der Villa Seiz
Bob Dylan Villa Seiz
Bob Dylan - Werke in der Villa Seiz

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