Manfred Mann is „On the Road Again“

+
Manfred Manns's Earthband in der Aalener Stadthalle.
  • schließen

  Manfred Manns's Earth Band gastierte mit Gründungsmitgliedern in der Aalener Stadthalle. Welche Hits zu hören waren und wie sie beim Publikum ankamen.

Manfred Manns's Earthband in der Aalener Stadthalle.
Manfred Manns's Earthband in der Aalener Stadthalle.

Aalen. Ein paar ihrer Songs durften früher auf keiner Party fehlen. Und wenn doch, musste der DJ eben auf Wunsch noch nachlegen. Manfred Mann's Earthband gehörte wohl für die meisten der geschätzt gut 700 Fans in der Aalener Stadthalle zum Erwachsenwerden einfach dazu. Die Band hatte ihren besten Lauf in den 70er- und 80er-Jahren. Entsprechend hoch der Altersdurchschnitt in der bestuhlten Aalener Stadthalle. Doch weder die Musiker noch ihr bestens mitgehendes Publikum kann man nach diesem Konzertabend zum alten Eisen zählen. 

Unverwechselbarer Sound

Der beginnt eher gemütlich mit einem Song, der nicht ganz so bekannt ist, wie diejenigen, die später folgen werden. Captain Bobby Stout zum Warmwerden mit dem Publikum. Klappt: Die ersten Earthband-Fans klatschen nach ein paar Takten bereits mit. Die Band liefert ab - mit Musikern, die fast alle seit mehreren Jahrzehnten auf der Bühne stehen. Allen voran Manfred Mann, der mittlerweile 82 Jahre alt ist. Seinem unverwechselbaren Sound am Keyboard ist das nicht anzumerken - Chefallüren hat er ohnehin keine - zumindest keine sichtbaren. Er bleibt fast ununterbrochen im Hintergrund, sein Instrument läuft wie ein Rad.  Die fünf Musiker agieren als Band, jeder darf zeigen, was er (noch) kann.

Denn die Luft nach oben, die es für sie anfangs gibt, wird nach und nach ausgefüllt. Gitarrist, Sänger und Earthband-Mitbegründer Mick Rogers, geboren 1946, trägt zwar schwarzen Schlips und Weste, spielt aber nicht gerade wie ein gut situierter Gentleman. Rogers bekommt schon für sein Soli bei „Don't Kill it Carol“ den ersten Zwischenapplaus - mal jault seine Gitarre, dann verlangt er ihr harte Riffs ab, um sie danach mit geschmeidigen Läufen zu verwöhnen. Viel Rock, ein wenig Psychedelic, wie etwa bei „Martha's Madman“, ein Hauch von Jazz - Manfred Mann verpasst jedem Song mit seinem unverwechselbaren Keyboard-Sound den letzten Glanz. Dabei stabil begleitet von John Lingwood an den Drums und Bassist Steve Kinch. Sänger Robert Hart, der zwischendurch vom Publikum noch ein Geburtstagsständchen bekommt, besteht mit leichtem Blues in der Stimme jeden der Band-Hits. 

Auch Bob Dylan spielt eine Rolle

Und es sind viele: „You Angel You“, „Father of Day“, „For You“ und natürlich „Blinded by the Light“: Der Song, bei dem es dann schließlich einige im Publikum nicht mehr auf dem Sitz hält. Aufstehen, am Rand ein wenig mittanzen. Gut, dass danach „Davy's on the Road Again“ ist und man gleich damit weitermachen kann. Rote, gelbe, lilafarbene Scheinwerfer tasten derweil die Bühne ab - die Band bleibt ein sympathisch homogenes Gefüge - einen Frontman gibt es hier eigentlich nicht.  Auch wenn Manfred Mann zwischendurch eher schüchtern ein paar Takte am Mikro vorne mitsingt.Das Publikum allerdings ist da ungezwungener. Nach einer herbeigejubelten Zugabe schmettert der ganze Saal „Mighty Quinn“ mit - einen Song aus der Feder von Bob Dylan. Die Version von Manfred Mann's Earthband machte ihn zu einem Nummer-eins-Hit. Einer der Songs, der auf keiner Party fehlen durfte. Er funktioniert auch heute noch perfekt. ⋌⋌⋌⋌Dagmar Oltersdorf

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Kommentare