Manns Filmmusik: beflügelt von Asterix

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Der Aalener Komponist Edgar Mann hat nun auch Filmmusik geschrieben.
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Der Aalener Edgar Mann hat die Musik für den Dokumentarfilm „Herz aus Stein“ komponiert. Um was es in dem Film geht und warum auch Comics eine Rolle darin spielen.

Aalen/Berlin

Comics wie Asterix für den Komponisten? „Ja klar. Das ist für mich große Kunst“, sagt der Aalener Edgar Mann. Peanuts liest er mal, oder auch Ralf König, „Asterix als Legionär“ hat ihn sogar begleitet, als er seine „Aria Celeste“ komponierte. Nun hat die Kunstform des Comics seine künstlerische Arbeit wieder begleitet. Diesmal sind sie Element eines Filmes, für den Mann die Musik geschrieben hat. „Herz aus Stein“, heißt die Dokumentation von Sonja Baeger über die Schaffung von drei Monumentalskulpturen durch den Künstler Stefan Rinck. Auch animierte Comic-Skizzen spielen filmisch dabei eine Rolle, zeigen unter anderem auch den verborgenen Witz in den Kunstwerken. Ein wichtiges Element der 30-minütigen Doku ist aber auch die Musik Manns. Öffentliche Premiere des Films: Dienstag, 13. Juli, auf der Freilichtbühne Weissensee in Berlin.

Sie kennen sich schon lange: Edgar Mann und die Berliner Editorin und Regisseurin Sonja Baeger. „Bereits seit der Zeit, als wir beide im Jugendzentrum Mohren waren“, erzählt Mann. Baeger lebte während ihrer Kindheit und Jugend in Aalen und der Kontakt sei nie abgebrochen.

Wie kommt Edgar Manns Musik in einen Berliner Film?

„Wir sind gut befreundet und wenn sie hier ist, treffen wir uns eigentlich immer“, erzählt Edgar Mann. Mehr noch. Als der Komponist 2014 in der Aalener Stadthalle in einem großen Konzert seine Kompositionen vorstellte, war auch Sonja Baeger dabei. „Ich sagte damals, lass und das gleich auf Video dokumentieren, mit all den Musikern und Musikerinnen, die dabei sind“, erzählt die Filmemacherin, die dann mit den Kameraleuten vor Ort zusammenarbeitete.

Durch diese Arbeit habe sie sich noch einmal intensiver mit Manns Werk befasst: „Ich bin dann noch einmal tiefer reingekommen in seine Musik“, erinnert sie sich. „Und bin ein weiteres Mal sehr beeindruckt gewesen, wie komplex das alles ist, wie eigenwillig. Ich finde Edgar Manns Musik ziemlich genial.“ Viele seiner Kompositionen habe sie ja bereis zuhause gehabt und diese dann versuchsweise mit ihren Bildern kombiniert. Dabei festgestellt, wie gut Manns Musik passte. „Seine Musik ist nicht illustrativ, sondern sehr subtil, sie drängt sich nicht auf, ist nicht so melodiös, dass sie im Kopf hängenbleibt“, sagt Baeger. Sie schaffe damit keine zweite Dramaturgie, ideal für den Dokumentarfilm

Wie die Zusammenarbeit funktionierte

Einige Elemente in Manns Kompositionen passten schon fast. „Ich habe ihr alles geschickt, was ich hatte, so dieser. In Zeiten digitaler Files sei das kein Problem. Musik, die Mann für Theaterstücke geschrieben hatte, wie etwa für die „Hamletmaschine“ oder „Limes Marc Aurel“ oder die Kompositionen der „Fadensonnen.“ Aber auch neue Elemente hat Mann geschaffen - mit dem Schlagbohrer, seiner Schlafzimmertür, in dem er seinen Flügel knarzen. „wischen und zischen“ ließ und diese Effekte danach in seine Klangwelten einfügte. „Sonja hat gesagt, was sie für einen Charakter möchte und ich habe auf ihren Wunsch hin realisiert“, erklärt Mann. Hin und her gingen Sequenzen und Timecodes, „locker über ein Jahr“ habe alles gedauert. Musikalisch zurücknehmen habe er sich bei dieser neuen Form der Zusammenarbeit nicht, sagt Edgar Mann. „Ich bleibe musikalisch bei mir, egal was kommt.“

Auch wenn es für den Komponisten, der seine Musik als „normalerweise sehr ernst“ bezeichnet, diesmal auch um versteckten Witz ging. „Die Figuren haben ja auch etwas Humoristisches. Sie haben meine Phantasie beflügelt“, erzählt Mann. „Damit habe ich mich dann doch eingehend beschäftigt.“ Denn seine Musik habe auch diese humoristischen, comichaften Elemente unterstreichen müssen.

Um das zu erreichen, habe er sich bei seiner Arbeit dann auch ein wenig nach einem Zitat orientiert, dass ihm im Gedächtnis geblieben ist: „Man haut alles weg, was nicht Pieta ist“, so Mann - zumindest seiner Erinnerung nach sagte das immerhin auch Asterix.

Ich finde Edgars Musik ziemlich genial.“

Sonja Bager, Regiesseurin „Herz aus Stein.“

„Herz aus Stein“ zunächst auf Festivals

Gezeigt wurde die 31 Minuten lange Doku „Herz aus Stein“ bereits beim Fine Arts Film Festival in Venice, Kalifornien. Nun folgen weitere Festivals. „Er ist ein Zeitdokument, er ist erst mal da, nach der Festivalauswertung sehe ich mal, wie es weitergeht“, sagt Sonja Baeger. Edgar Mann hofft, dass es in einem passenden Rahmen möglich ist, den Film auch in Aalen zu zeigen. Konkrete Termine gibt es noch nicht. .

Filmausschnitt „Herz aus Stein“.
Sonja Baeger

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