Max Mutzke bringt Gmünd in Schwung

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Seine Songs bieten Botschaften, auf Deutsch und auf Englisch: Max Mutzke und die SWR Big Band - hier im Parler-Saal in Schwäbisch Gmünd. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Gemeinsam mit der SWR Big Band präsentiert er sein neues Programm „Wunschlos süchtig“. Von großem Sound und tiefen Gefühlen.

Schwäbisch Gmünd

Max Mutzke ist für Gmünder ein Magnet. Viele kamen zum Konzert „Wunschlos süchtig“ und machten mit: textsicher, stimmsicher und bewegungsflott. Wer noch mit steifen Hüften die Treppen herabkam, verließ den Peter-Parler-Saal am Ende beschwingt. Denn bei Mutzke-Konzerten wird nicht nur mitgesungen, sondern auch mitgeschwungen. Und das in allen Altersstufen.

Max Mutzke kam nicht allein, er wurde begleitet von der SWR Big Band, eine schon sieben Jahre lange erstklassige Verbindung. Auftritt Mutzke in Schwarz bis auf den rehfarbenen Borsalino und weiße Schuhe. Seine Backgroundsänger stellt er als „Sugar Daddys“ vor, zwei gestandene Sänger mit großen Stimmen. „Zum ersten Mal wieder auf Tour seit zwei Jahren!“, so der Moderator. „Es wird auch etwas lauter.“ Das war nicht nur gesagt, sondern über zwei Stunden ohne Pause zu hören bei Soul, Funk, Pop und Hip-Hop von „einer der besten Stimmen, die Deutschland hat!“

Was macht Mutzkes Reiz aus, dass das Publikum mitsingt, selbstvergessen und hingerissen auf Mutzke schaut? Er kann alles „verkaufen“, seine Fans glauben ihm, wenn er singt, dass die Menschen die einzigen Wesen sind, die überhaupt Geschichten verstehen. Sie singen hingebungsvoll mit, wenn er beschwört „Lass uns wie Denker und Dichter die guten Geschichten erzählen“.

Seine Songs bieten Botschaften auf Deutsch und Englisch. Es geht um das Leben, das jeder kennt. Beziehung: „Wir haben uns ausgesucht und anvisiert“, oder in „Empire State of Mind“, die Taschen voller Träume und der Zuversicht, es hinzukriegen mit allen Mitteln. Oder der Song „Telefon“, voll Sehnsucht, die Geliebte wiederzusehen, aber am Ende die Einsicht „Ich weiß, es ist der blanke Hohn, was du mit mir machst!“

Die SWR Big Band unter musikalischer Leitung von Klaus Wagenleiter ist ein reines Männerorchester. „Aber wir arbeiten daran!“, verspricht Max Mutzke im Sinne einer Frauenquote. Hier spielen Instrumentalisten, die zur Sonderklasse gehören. Flexible Soli antworten auf Max Mutzkes Singfragen, was zu einem musikalischen Zwiegespräch besonderer Art führt.

Im Programm „Wunschlos süchtig“, kein Tippfehler, sondern Titel seines neuen Albums, wie Mutzke sein Lebensgefühl auf sympathisch-bescheidene Weise beschreibt. Glück ist eine innere Einstellung. Allerdings eine Momentaufnahme, die man nicht festhalten kann, sondern in dem Moment genießen muss, wo es sich zeigt. Aber Glück sei auch die Maxime, nach der man streben soll und darf.

Philosophisch, nachdenklich und vorausdenkend, so lässt sich beschreiben, was in diesem Konzert zu hören war. Mit großartigem Sound laut und nachdrücklich untermalt. Begeistert vom Publikum mitgesungen, mitgeklatscht und stehend mitgeschwungen. Ein Sänger, der singen kann im breiten Tonspektrum von Bass bis Falsett, mit tiefsinnigen, heiteren und nachdenklichen Texten, in die Zuhörerinnen und Zuhörer voll Inbrunst einsteigen. Man glaubt gern, was Max Mutzke zum Ende sagt: Es ist die Vielfalt an Nationalitäten, die den tollen Sound machen, denn „Musik ist so viel mehr!“

Foto: Jan-Philipp Strobel
Foto: Jan-Philipp Strobel
Foto: Jan-Philipp Strobel
Foto: Jan-Philipp Strobel

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