Max Mutzke und das große Schiff

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Matz Mutzke
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Der Sänger und die SWR Big Band sind am Dienstag, 24. Mai, zu Gast im Schwäbisch Gmünder Stadtgarten, präsentiert von der Gmünder Tagespost.

Schwäbisch Gmünd

Ein gute Portion Crooner mit Klassikern des Jazz, deutscher Pop der erfolgreichen Art mit eigenen Texten: der Sänger Max Mutzke zeigt immer wieder seine Wandlungsfähigkeit. Die macht es möglich, dass er auch gut mit großen Klangkörpern gut kann. Immer wieder steht Mutzke auch mit der SWR Big Band auf der Bühne - nun auch am Dienstag, 24. Mai, 20 Uhr, im Stadtgarten Schwäbisch Gmünd.  In Interview erzählt er, warum die Stuttgarter für ihn die besten sind, warum deutsche Bigbands ein Probleme haben und was das Publikum in Gmünd zu hören bekommt. 

Herr Mutzke , ihr Tourplan fürs 2022 ist voll. Sind Sie schon in Form nach der Pandemie?

Max Mutzke: Ich bin erstaunlicherweise wahnsinnig gut in Form. Ich hatte schon ein wenig Angst, dass die Stimme, die ja letztendlich auch ein Muskel ist, während Corona verkümmert.  Aber ich hatte ja auch zu tun. Bei der Sendung „Lebenslieder“ musste ich ja immer wieder singen. Es war also eher wie ein Sabbatjahr, der Stimme eher zuträglich. 

Nach Gmünd kommen Sie mit der SWR Big Band. Die hat jüngst in der Porsche-Arena ihren 70. Geburtstag gefeiert. Ist der musikalische Altersunterschied da nicht eigentlich zu groß?

Ich kann das Publikum beruhigen, das sieht man ihnen nicht an. Es ist ja eine Ehre, dass ich mit ihnen spielen kann. Tatsächlich habe ich erst vor kurzem erfahren, dass ich der Sänger bin, mit dem die SWR Big Band das Jahr über die meisten Konzerte hat. Das macht auch total viel Spaß. Das Programm ist super modern, sowohl von den Texten her als auch von den Melodien. Diese Big Band hat ja dann auch nicht ganz klassisch einen Dirigenten. Es ist ein großes Schiff, das ich gelernt habe zu fahren. Und so eine Band zu haben für die Bläsersätze, das ist wirklich ein Luxus.

Warum arbeiten Sie ausgerechnet mit dieser Big Band so gut zusammen? Es gibt ja auch viele andere ...

Es gibt ja drei richtige Rundfunk-Bigbands. Die SWR ist eine GbR. Das bedeutet, sie besteht aus Musikern, die nicht von morgens bis mittags im Schichtbetrieb sind und dann meist frei haben. Jeder hat hier noch seine eigenen Projekte, unterrichtet an Hochschulen, spielt in anderen eigenen Bands. Es sind echte Freunde, die alle freiwillig Mitglied in dieser Band sind. Auch deshalb sind alle total spielfreudig. Das alles macht sie für mich zur besten Big Band, zu meinem Favoriten, auch wenn ich viel mit anderen arbeiten und Erfahrungen machten durfte.

Big Bands sind nach wie vor ja fast nur reine Männerbands. Woran liegt denn das?

Das ist ein eklatanter Missstand, der sich ändern muss. Ich komme aus einem Haus, in dem es schon immer Gleichberechtigung gab, man könnte fast sagen, aus einem feministisch geprägten Haushalt. In Sachen Bigbands gibt es ein strukturelles Problem. In einigen Ländern gibt es bereits Vorspiele hinter dem Vorhang, alles ist so eingerichtet, dass man nicht einmal hört, dass jemand hohe Schuhe anhat. Das hat sich bei uns noch nicht durchgesetzt. Es gibt schon Verbesserung – in der Jury des deutschen Jazzpreises, in dem ich zwei Jahre war, ist die Diversität sehr hoch. Die jetzt junge Generation wächst mit einem Selbstverständnis für Diversität, Gendergerechtigkeit und sexuelle Vielfalt auf. Für die ist Gendern ganz normal, Älteren wir mir muss man das noch lernen.  

 Sie haben vier Kinder. Hören die Ihre Musik, gehen die auch auf Ihre Konzerte?

Ja, mitunter nehme ich die mit, das ist schön. Zuletzt habe ich in Ischgl gespielt – bei einer Konzertreihe, die auch Simply Red und Kings of Leon im Programm hat. Man will damit zeigen, dass man da auch hinfahren kann, ohne Corona zu bekommen. Da war die ganze Patchwork-Familie, die ich mittlerweile habe, mit dabei. Ein toller Haufen! 

Sie haben sogar eine Sendung in der ARD – Lebenslieder. Was unterscheidet diese Arbeit von der auf der Bühne?

Da gibt es einen großen Unterschied, weil ich dabei anders als auf der Bühne nicht der Mensch bin, der im Mittelpunkt steht. Das ist eine 180 Grad-Wende. Da geht es um die Soundtracks zum Leben der Gäste, die die trösten, Mut machen -  ein Potpourri, das divers, auf Augenhöhe und sehr bunt ist. Wir singen und spielen alles: ob nun Vicky Leandros oder David Bowie, wir verknüpfen das miteinander. Supercool.

 Welches Lied hat Ihnen während der Pandemie Mut gemacht?

Wenn es darum geht, ein Lebenslied zu haben, dann ist es das Pippi Langstrumpf Lied mit dem Text „zwei mal drei macht vier“. Das ist mit kindlichen Emotionen verbunden, mit meiner Kindheit vergleichbar. Mit all den Flausen, die man hatte, dem Umfeld. Das war total Bullerbü und daran erinnert mich das. Auch heute leben wir immer noch fast unverschämt idyllisch.  

Auf der Gmünder Bühne stehen Sie dann mit welchem Programm?

Mit im Programm sind Lieder, die wir mitsingen können wie „Welt hinter Glas“, Songs aus dem neuen Album „Wunschlos süchtig“, aber auch Klassiker wie „Me and Mr. Jones“.

Karten für dieses Konzert gibt es beim i-Punkt in Schwäbisch Gmünd, bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter www.provinztour.de. Ticket-Hotline: 0 71 71 / 6 03 42 50

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