Meister des politischen Romans

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Autorenlesung mit Wolfgang Schorlau.
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Autor Wolfgang Schorlau spricht im Rahmen der Literaturtage über seinen zehnten Dengler-Krimi.

Schwäbisch Gmünd. Seine Krimis sind spannend, denn sie greifen brandaktuelle Themen auf. Die Rede ist von Wolfgang Schorlau, der im Rahmen der Literaturtage „wortreich“ mit seinem Buch „Kreuzberg Blues“ tiefe Einblicke in Strategien und Taktiken des Immobilienmarkts vermittelt.

Leiterin Ingrid Hoffmann eröffnete die Lesung im Saal der Vhs vor vollem Haus. Denn dieser Autor versteht es, seinen Krimi zu einem gruseligen Lesevergnügen zu machen. In „Kreuzberg Blues“ geht es um rasant steigende Mieten, um Entmietung, um Kapitalsteigerung, um soziale Deklassierung durch Drangsalierung.

Bei Schorlaus Fakten wird's spannend, denn man geht gemeinsam mit Privatermittler Georg Dengler an die Arbeit. Dengler muss einen lukrativen Job übernehmen, weil sein Autor ihm keine reiche Erbtante schreibt oder einen Lottogewinn. Der Autor versucht, seinen Helden zu überzeugen: „Niemand mag reiche Privatdedektive!“, doch ihm wird klar: „Ich muss dafür sorgen, dass er viel Geld verdient!“

Wolfgang Schorlau stellt sich Fragen wie: „Was ist in unseren Städten los? In Stuttgart und Berlin explodieren die Mieten dramatisch. An was liegt das?“ Dengler fühlt sich in Stuttgart wohl, doch Olga, seine Gefährtin, bittet ihn, ihrer Freundin in Berlin-Kreuzberg zu helfen. In deren Plattenbau werden die Mieter drangsaliert, im Winter werden wochenlang die alten Fenster ausgehängt, neue sind nicht in Sicht. Ratten wurden ausgesetzt und haben dem Neugeborenen der Freundin einen Finger zerbissen.

Wie ist der Autor zu der Idee für diesen Roman gekommen? Er erläutert, dass er bei zentralen politischen und sozialen Problemen hinter die Kulissen schauen will. Er hat seine Figur, den Georg Dengler losgeschickt, um die Schikanen und das Vorgehen der Immobilienkonzerne aufzudecken. Aber Dengler spreche auch mit Leuten, die mehr darüber wissen, mit Wissenschaftlern, Journalisten und Berliner Bürgerinitiativen.

Auf eine Zuhörerfrage zu seinem Buch “Die schützende Hand“ gibt Wolfgang Schorlau Einblicke in Versagen und Manipulation der Behörden, die ihn als sorgfältigen investigativen Rechercheur des NSU-Prozesses ausweisen. Ein Pluspunkt für seine Bücher mit hochaktuellen Themen: spannende Krimis mit hohem Unterhaltungswert und dem Mehrwert umfassender Hintergrundinformationen.

Buchhandlung Schmidt unterstützte diese Vhs-Veranstaltung

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