Milow und Jarrod Lawson: zwischen stumm und redselig

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Milow: ein sympathischer Abschluss des Jazzfests.
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Jarrod Lawson und Milow füllen am letzten Tag des Jazzfests die Stadthalle in Aalen mit Musik. Ein Abend der Gegensätze. Gibt's ein 31. Jazzfest?

Aalen

Der Gong ertönt um 19 Uhr, es ist Sonntagabend, der letzte Tage des Jazzfests. Die Besucherinnen und Besucher nehmen auf den Stühlen platz, die Stadthalle in Aalen ist nahezu voll besetzt. In der Mitte der Bühne: Flügel und E-Piano. Schlagzeuger Brian Foxworth lässt seinen mächtigen Körper auf den Sitz fallen, dreht das Mikro in seine Richtung und sendet einen Gruß ans Publikum.

Applaus und Lächeln

Dann betritt der erste Hauptakt des Abends die Bühne: Jarrod Lawson. In Kalifornien in einem musikalischen Elternhaus aufgewachsen, kam der Singer- und Songwriter früh in Berührung mit dem Aufnahmestudio seines Vaters. Ohne großen Umschweif greift Lawson in die Tasten, spielt abwechselnd Flügel und E-Piano. Es wird ein stummer Abend, zumindest zwischen den Songs, denn Lawson kommentiert den Applaus meist mit einem kleinen Lächeln, um sich dann dem nächsten Stück zu widmen.

So dirigiert der Frontmann seine Mitmusiker Christopher Friesen am Bass, Trent Baarspul an der Gitarre sowie Schlagzeuger Foxworth gleichmäßig durchs Programm. Ab und an dürfen die Kollegen glänzen, ein Solo spielen, ansonsten bleiben die meisten Stücke perfekt durchgetaktet. Glanzpunkte setzt Lawson dann, wenn er seinem flexiblen Gesang Raum gibt, in die Kopfstimme wechselt und „Love isn't always enough“ sanft und schwelgend singt.

31. Jazzfest?

Gegen 21 Uhr neigt sich die 30. Ausgabe des Jazzfests dem Ende entgegen mit einem Gast, der bereits dieses Jahr auf dem Sommerfest gespielt hat. Die Rede ist vom Belgier Jonathan Ivo Gilles Vandenbroeck, besser bekannt unter dem Künstlernamen Milow. Mit Songs wie Ayo Technology hat er international auf sich aufmerksam gemacht und zahlreiche Preise gewonnen. Doch bevor es losgeht, möchte Veranstalter Ingo Hug noch drei Dinge loswerden: „Wir hatten ein fantastisches Publikum, großartige Bands, und nächstes Jahr geht es mit dem 31. Jazzfest weiter.“

Geschichten und Lieder

Nahbar, versiert, redselig. Milow vereint zahlreiche positive Eigenschaften, die für einen krönenden Abschluss der 30. Festivalausgabe sorgen. Seine Songs sind eingängig, dank seiner Mitmusiker, Sängerin Nina Babet und Gitarrist Tom Vanstiphout, wie aus einem Guss und versehen mit einer sentimentalen Note. Hinter jedem Lied steckt eine Geschichte, die der Bandkopf erzählt – auf Deutsch und Englisch. In seiner Single „De Lorean“ stellt er sich vor, wie er in eine Zeit ohne Corona reist, in Michael Jordan blickt er zurück auf seine Jugend und seine damaligen Idole und mit „Lay your worry down“ setzt er seinem verstorbenen Schlagzeuger Oscar Kraal ein Denkmal. Das Publikum hängt an seinen Lippen und so verwundert es nicht, dass es für diesen warmherzigen und sympathischen Schlussakt viel Applaus gibt.

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