Minimale Musik, die ein großes Ganzes ergibt

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Das Ensemble Pik spielt im KubAA Popart der klassischen zeitgenössischen Musik. Was die

Aalen

Es ist eine eher unbekannte Musik. Gespielt von jungen Musikerinnen und Musikern mit in der Region durchaus bekannten Namen. Erneut präsentiert das Ensemble Pik seinem Publikum neue Musik. „Minimal Music“- Popart der zeitgenössischen klassischen Musik, ist diesmal das Konzert am Samstag, 13. November im Aalener Kulturbahnhof überschrieben. Im Programm zu hören sind Kompositionen von Künstlern, die sich beispielsweise von afrikanischer Musik genauso haben inspirieren lassen wie von Radiohead. „Es ist Musik, die bereits in den 60er-Jahren entstanden ist“, erklärt dazu der Aalener Komponist Edgar Mann, der zusammen mit Dirigent Uwe Renz die programmatische Spitze des Ensembles bildet.

Wie die Renz und Mann auf Minimal Music kommen? Beide hören Musik aller Art – schon aus beruflichen Gründen. Aber nicht nur. „Ich höre diese Musik schon seit meiner Jugend“, erklärt Edgar Mann. Ebenso Uwe Renz: „Man hört ja alles als Musiker. Und es wird ein Teil von Dir“, erklärt er.

Was ist das eigentlich, Minimal Music? „Schwer darstellbar in Worten, wie andere Musik auch“, sagt Uwe Renz. Der Dirigent versucht es trotzdem. „Die Tendenz ist hier eine kollektive Erfahrung und es ist schwer, sich Bilder dazu zu machen, weil die Musik so absolut ist“, sagt Renz und schlägt den Bogen zur Techno-Musik und dem „kollektiven Rausch“, den diese erzeugt. Anders als bei Beethoven oder Tschaikowsky, wo jeder Zuhörer seine eigenen Bilder zur Musik entwickele. Das Interessante an Minimal Music sei, dass im Hintergrund „unheimliche Geschwindigkeitsprozesse ablaufen“. Man brauche wahnsinnig viele Töne bei der Minimal Musik, heraus komme aber etwas einheitlich Großes. Renz zieht den Vergleich mit einem Sonnenuntergang heran. Der laufe unheimlich schnell ab, sei aber ein gewaltiges, eigentlich in seiner Wirkung langsames Ereignis. Wie das erzeugt wird, erklärt Edgar Mann: Minimal Music zeichne sich einerseits durch das Minimale, also Kleinmotivik, die oft wiederholt wird, durch rhythmische und melodische Änderungen aus. „Es ist Musik, die ständig im Fluss ist und die sich ständig verändert in diesem Fluss“, so Mann. Sie sei aber durch viele Schichten überlagert , durch Klangschichten, überlagernde Melodien. „Das ist zugängliche Musik, die durchaus beeindruckt. Kein Schönberg, der sich anfangs verweigert“, erklärt der Komponist.

Das Programm im Einzelnen:
Das Konzert beginnt mit: Steve Reich (*1936): Piano Phase (1967), Version für 2 Marimbaphone, gefolgt von ArvoPärt (*1935): Spiegel im Spiegel (1978) für Violine und Klavier und Ulli Göttes (*1954) Parsek (1986) für Flöte, Oboe, Klarinette, Vibraphon, 2 Marimbaphone, Klavier, Keyboard, Violine, Viola und Violoncello. Nach der Pause geht es weiter mit Philip Glass (*1937) Auszügen aus Four movements for twopianos (2008): Movement I und Movement IV und Steve Reich: Radio Rewrite (2012) für Flöte, Klarinette, 2 Vibraphone, 2 Klaviere, 2 Violinen, Viola, Violoncello und E-Bass. Auch hier gebe das Minimalistische in seinen verschiedenen Besetzungen etwas durchaus Großes, so Mann. Wichtig sei bei der Auswahl der Stücke auch gewesen, dass alle Musikerinnen und Musiker des Ensembles während des Konzertes gut beschäftigt seien.

Wer das Ensemble Pik ist?
15 Mitglieder, dazu der Dirigent Uwe Renz, Musikstudenten und jede Menge professionelle Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland und der Schweiz. Auch Elias Opferkuch wird am Klavier und Keyboard dabei sein, daneben Patricia Wezstein (Flöte), Monika Wunder (Oboe), Marco Gaulke (Klarinette), Florian Hock (Vibraphon, Marimbaphon), Lorenz Karasek (Vibraphon), Maria Ruf (Vibraphon, Marimbaphon), Susanna De Secondi (Klavier), Amelie Hann (Klavier), Pauline Hegele (Klavier), Annika Chen (Violine), Paula Hochweber (Violine), Anna-Lea Rebholz (Viola), Amelie Brune (Violoncello) und Jim Thomas (E-Bass).

Was die Musikerinnen und Musiker können müssen: „Sie müssen ganz hart üben, schon im Vorfeld“, sagt Uwe Renz. Es sei, so hätten die Ensemblemitglieder mitgeteilt, weit mehr als bei den vorherigen Programmen. Die ständig wechselnde Rhythmik erfordere viel Erfahrung, hohe Präzision. „Da darf keiner rausfliegen, sonst fällt die Kiste auseinander“, ergänzt Edgar Mann. Notenumblättern gehe nicht, gespielt werde vom Tablet, mit Fußschalter, der das Umblättern übernehme. Minimal Music sei was für junge Leute. Nicht nur, weil es schnell gehen muss. Wenn man sie jungen Menschen vorspiele, seien sie ziemlich begeistert, erzählt Edgar Mann aus eigener Erfahrung.

  • Hier gibt es die Karten
  • Kulturwochen Aalen 2021
    ensemble pik, Konzert „Minimal Music“; PopArt der klassischen Musik; 13. November, 18 Uhr Uhr. Karten für das Konzert sind an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich: Tourist-Information Aalen, Reichsstädter Straße 1, 73430 Aalen, Telefon 07361 52-2358 oder unter www.reservix.de

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