Mit der Jazzgeschichte endlich wieder auf Tournee

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Das Ferenc und Magnus Mehl Quartett in Schwäbisch Gmünd: Magnus Mehl (Saxofon), Ferenc Mehl (Schlagzeug), Martin Schulte (Gitarre) und Fedor Ruskuc (Kontrabass).
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Das Quartett um die Brüder Magnus und Ferenc Mehl spielt im a.l.s.o. Kulturcafé in Gmünd auf.

Schwäbisch Gmünd. Ihre Musik ist beeinflusst von der Evolution des Jazz. Von den Everly Brothers über John Coltrane, vermengt mit modernen Strömungen des Jazz, der aber gewöhnungsbedürftig ist. Das Quartett um die Brüder Magnus und Ferenc Mehl (Saxofon und Schlagzeug) mit Martin Schulte (Gitarre) und Fedor Ruskuc (Kontrabass) spaltete am Samstagabend das 60-köpfige Publikum im a.l.s.o. Kulturcafé.

Frontman Magnus Mehl komponierte die Songs; den Anfang machte „Punchline“, gefolgt von „Träumtänzer“, der ein Beispiel gab über das genreübergreifende Œvre des Quarttets. Angefangen von Klezmer-Musik, die Magnus Mehl virtuos auf seinem Sopran-Saxophon interpretierte, bis hin zu den klassischen Riffs vereint das Stück einen klassischen musikalischen Bogen der Jazzgeschichte.

Schon früh seien sie vom Jazz beeinflusst worden, darunter auch von den Everly-Brothers, sagte Magnus Mehl. „No second Thoughts“ ist im klassischen Stil der 40er und 50er Jahre mit Reminiszenzen an John Coltrane, das letzte Stück vor der Pause. „Broken Circle“ dagegen wieder wild, frei und das Silberschläfen-Publikum ratlos hinterlassend.

Die Jazz-Mission hat mit dem Quartett sicher einen guten Griff getan. Die vier Musiker sind endlich wieder auf einer zwar (geografisch) kleinen Tournee, aber sie treten wieder auf. Am Donnerstag waren sie im Jazzclub „Armer Konrad“ in Weinstadt, am Freitag hatten sie einen Gig in Heidenheim, am Dienstag sind sie in Backnang zu sehen und zu hören. Nächsten Sonntag (24. Oktober) gibt es von 18 Uhr an einen Livestream über www.mochermusic.com, sagte Ferenc Mehl.

Er und sein Bruder stammen aus Stuttgart, Fedor Ruskuc aus Serbien bringt die internationale Note ins Quartett, Gitarrist Martin Schulte kommt aus Köln. Dort haben alle vier auch Musik studiert und sich als Formation zusammen gefunden. Seit Anfang 2007 spielen sie zusammen. Wobei Corona ihnen so manche Stilblüte aufs Notenblatt geschrieben hat. Zeitweise traute sich Fedor Ruskuc beispielsweise nicht, nach Deutschland zu gemeinsamen Musikprojekten zu reisen, weil er nicht wusste, ob er danach wieder ausreisen durfte. Ergo blieb er zu hause. Und obwohl es Corona-Förderung für die Band gegeben habe, sei die an die Bedingung eines neuen Projekts gebunden gewesen.

Man habe sich daraufhin entschlossen, die CD „Upside Down @InBetween“ zu produzieren. Das war just zu dem Zeitpunkt, als die damalige CD „Broken Circle“ promoted werden sollte: „Deshalb stellen wir jetzt eben zwei neue CDs vor“, sagte Ferenc Mehl. Und neben der Live-Musik aus den beiden Projekten gab es die CDs für den heimischen Player gleich zum Mitnehmen. Werner Schmidt

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