Mit Liebe und Leichtigkeit unterwegs: Manne Arold von den Stumpfes als "FRED"

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Manne Arold stellt sein neues Album vor.
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Der Musiker stellt sein neues Album an diesem Samstag, 14. August, in der Villa Stützel vor. Wer dort ebenfalls zu hören ist.

Aalen-Rauental

Überraschung garantiert: Wenn an diesem Samstag, 14. August, in der Villa Stützel „FRED“ seine neue, erste CD präsentiert, werden viele „FREDS“ Gesicht kennen. Manne Arold, bekannt durch „Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle“, ist im Lockdown mit „Mag woher der Wind“ Solowege gegangen. Wege, an deren Rändern Leichtigkeit, Romantik aber auch ein wenig Melancholie liegen. Liedermacher-Lieder im besten Sinne, meist über die Liebe. „Umarmungen“, wie Manne Arold sie nennt. Dass erst die Pandemie und die dadurch gewonnene Zeit den Romantiker in „FRED“ hervorgerufen haben, kann man aber trotzdem nicht sagen. „Der Romantiker in mir musste nicht geweckt werden, der war schon immer da. Jetzt hat er Zeit gefunden, dass er hervortritt“, so Arold. Seit längerer Zeit schon sei er mit Notizbüchern unterwegs, notiere darin Stimmungen, Bilder und Akkorde, „wenn es mich überkommt.“ Durch Corona habe er endlich die Zeit gefunden, sich all diesen Dingen auch planvoll zu widmen. „Es hat dann natürlich auch eine gewissen Eigendynamik entwickelt, da ist auch viel Neues passiert“, erzählt er.

Entstanden ist „Mag woher der Wind“ zuhause in Arolds Gartenhütte. Sei Sohn Jakob, ausgebildeter Toningenieur, begleitete ihn nicht nur am Bass, sondern durch die digitale Welt, ohne die Musik heute kaum noch auskommt. Er hat sich um die Produktion und die neue Website gekümmert. „Dem ging es weniger um die Lyrik, das war für ihn nicht vordergründig, er war mir eine große Hilfe bei der Musik und der Aufnahme.“ Weniger Kopf, vor allem der Bauch, das sei das, was ihn angetrieben habe, so Arold. Mit kleinem Instrumentarium, Gitarre, Bass, Harmonium und Glockenspiel, mit Summen und Pfeifen, ohne Effekthascherei, wolle er der „fiebrigen Welt“ etwas entgegenhalten, so der Musiker.

An diesem Samstag nun wird „Mag woher der Wind“ in der Villa Stützel einem breiteren Publikum vorgestellt. Einige kleine, sehr private Konzerte hat Arold mit seinen neuen Liedern gegeben. Unter anderem für diejenigen, die ihn bei der Produktion des Albums, das auch durch einen Crowdfunding-Aktion mitfinanziert wurde, mit dem Kauf einer Karte für das Konzert im Glashaus „Bleibe“ unterstützt hatten. Die Crowdfunding-Aktion im Vorfeld sei auch gut gewesen, weil sie zeige, ob überhaupt Interesse bestehe an dem, was er mache, so Arold. Aufgeregt sei er vor einem Konzert nicht so sehr. „Ich freue mich sehr darauf, es ist nach wie vor eine freudige Erwartungshaltung da, trotz der über 3000 Auftritte mit den Stumpfes“, sagt er. Auch wenn er mit diesen mittlerweile wieder auf der Bühne steht, bleibt Arold abwartend, was kommen wird. Fest stehe für ihn, dass es „FRED“ weitergeben wird und das Album kein einzelnes Produkt bleibt. „Es gibt schon einige weitere Lieder, die in die Welt entlassen werden müssen.“

Gleich drei Singer-Songwriter mit „estledaire“, Axel Nagel und „FRED“ werden am Samstag, 14. August, ihre neuen Alben im Park der Villa Stützel taufen. „estledaire“ ist eine südafrikanische Singer-Songwriterin mit schottischen Wurzeln. Axel Nagel aus Schwäbisch Gmünd wird sein neues Album „CasaAnanda“ auf die Bühne bringen und Manfred Arold sein Debütalbum präsentieren. Einlass ab 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich unter info@muehlbaeck.com oder 0162 9467882.

  • Musikalische Umarmung ohne Druck: "Mag woher der Wind"
  • Es sind tatsächlich leichte musikalische „Umarmungen“ wie „FRED“ seine Lieder nennt. Nichts Aufdringliches, ganz ohne die oft in deutschen Liedern mitschwingende dramatische, vor allem auch instrumentale Kraft, die einem den Atem nimmt und mitunter fast verzweifelt zurücklässt. Dafür sind die 12 Songs – zwei davon auf Englisch - auf „Mag woher der Wind“ umso eindringlicher in ihrer Sanftheit, komponiert und getextet in einem Ton, der mit sich und der Welt weitgehend im Reinen ist. Pop, Folk, Soul, Blues, Ballade, Chanson – von allem ist ein wenig dabei - man kann diesen musikalischen Wind kaum in eine eindeutige Wetterlage einordnen. Das Instrumentarium setzt „FRED“ eher minimalistisch ein, kein Bombast, dafür hört man fast den Wind rauschen. Dazu wird mal gesummt und gepfiffen, so geht fast jeder Song schnell ins Ohr. Die Texte dazu: Poetisch, mitunter mit Augenzwinkern und mit Liebe zum sprachlichen Bild gereimt. Musik für Erwachsene, die verstehen, warum der Song „Islandpullover“ auch ohne Worte funktioniert. Einblicke gibt es auf www.oldfred.net

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