„Momo“ am Gymnasium Lorch

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Die gesichtlosen „Grauen Herren“ und Momo, das Mädchen, das noch zuhören kann. Ein großer Erfolg für die Darstellenden.

Michael Endes Geschichte vom Raub der Zeit ist aktueller denn je, wie die Aufführung am Friedrich II. zeigte.

Lorch. Mit großem Erfolg führte die Theater-AG des Gymnasiums Friedrich II. Lorch, wie dieses mitteilt, Ende Mai „Momo“ von Michael Ende in einer Bearbeitung von Vita Huber auf. Unter der Leitung von Sarah Dank und Stephanie Mees zeigten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler von Klasse 5 bis 10 herausragende Leistungen.
In dieser Inszenierung wurde die Aktualität des Romanstoffes deutlich. Märchenhaft skizziert Michael Ende die Geschichte eines Mädchens, das die Gabe des Zuhörens besitzt. Momo kann auf eine Art zuhören, die bei den Gegenübern zu Einsichten führt. Plötzlich erkennen die Menschene, was ihnen im Leben eigentlich wichtig ist. Oder sie stellen fest, dass ihr Dasein nicht so trist und traurig ist, wie sie glaubten. Für solche Erkenntnisse braucht es Zeit, Ruhe und Gelassenheit.
Doch diese werden den Menschen gestohlen – durch Wesen, die sie selbst erschaffen haben: die „Grauen Herren“. Für die Aufführung wurden als Symbol des Zeitraubs Tablets benutzt, von denen die gesichtslosen Zeitdiebe selbst abhängig sind und die Erwachsene wie Kinder im Verlauf des Stücks immer mehr nutzen. Die Menschen rauben sich letztlich selbst aus. Die Folgen sind Burnout und Depression, die Fantasie weicht einer inneren Leere und Beziehungen lösen sich auf.
Das Bühnenbild kombinierte digitale Projektionen mit stapelbaren Kisten und war mit einigen Handgriffen schnell wandelbar.
Die vielen Zuschauer sorgten für regelrechte Platznöte. Als es vor der zweiten Aufführung „Ausverkauft!“ hieß, standen noch immer Einlass Begehrende an. Das und die überschäumende Begeisterung der Darstellenden verdeutlichen die Wirkung, die auch heute noch vom Theater ausgehen kann.

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