Mozart trifft auf den „Amerikaner in Paris“

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Das Ensemble 4.1 war zu Gast in der Essinger Schloss-Scheune. Foto: Beate Krannich
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Das Ensemble 4.1 präsentiert erstklassige Kammermusik von Mozart bis Gershwin.

Essingen. Mozart hat sie erfunden, diese Gattung, indem er das Quintett Es-Dur für Klavier und Bläser schrieb. Ein Werk, das nachfolgende Komponisten inspirierte, es ihm gleichzutun. Das Ensemble 4.1 brachte Musik dieser seltenen Besetzung in der Schloss-Scheune zu Gehör.

Gleich am Anfang des Abends steht Mozarts Schlüsselwerk. Im ersten Satz brilliert Thomas Hoppe am Flügel mit virtuosem Part, umsichtig begleitet von seinen Bläserkollegen. Diese treten im nachfolgenden Larghetto mit wunderschönen Kantilenen hervor, eingehüllt von sanften Arpeggien der Tasten. Liebliche Oboe, schmeichelnde Klarinette, das markante Fagott und der weiche Horn-Klang harmonieren glänzend mit dem Klavier. Das Ensemble präsentiert erstklassige Kammermusik. Musiziert klar und transparent mit differenziertem Ansatz und Anschlag auch das leichtfüßige Rondo.

Ganz anders die Musik von Gustav Holst. Auch der englische Komponist hat diese ungewöhnliche Besetzung bedacht. Das Quintett in a-Moll entstand 1896 und wurde in den 1960er Jahren wiederentdeckt. Das Ensemble inszeniert intensive Klangbilder und geheimnisvolle Stimmungen. Gelegenheit für die Musiker, die Möglichkeiten ihrer Instrumente auszuloten. Besonderen Eindruck hinterlässt das Adagio. Augenzwinkernd interpretiert das Quintett die „Fünf Bagatellen“ von Hans Stähli, kurzweilige und sehr ansprechende Miniaturen.

Zum Schluss gibt’s zur Abwechslung ein Arrangement. „Ein Amerikaner in Paris“ von George Gershwin in der Fassung für Klavierquintett entstand wohl auf Anraten der amerikanischen Agentin von 4.1, damit die Leute auch etwas Bekanntes hören können. Ein mitreißendes Stück: spritzig und rasant, jazzig und lässig. Das Ensemble sprüht vor Spielfreude, zieht alle Register. Das kommt an, das Publikum ist begeistert. ⋌Beate Krannich

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