Museale Freude mit Woo Jong Taek und Dietrich Klinge

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Kurator Ulrich Brauchle erläutert Arbeiten von Woo Jong Taek und Dietrich Klinge.
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Ausstellung ab Sonntag, 3. Oktober, in den Räumen des Kunstvereins im Schloss Ellwangen.

Ellwangen. „Eine museale Freude“ hat der Kurator des Kunstvereins Ellwangen, Ulrich Brauchle, angekündigt. Diese Freude sollen der Bildhauer Dietrich Klinge und der südkoreanische Maler Woo Jong Taek bereiten. Ab Sonntag, 3. Oktober, in den Räumen des Kunstvereins im Schloss.

Der bei Dinkelsbühl lebende Dietrich Klinge genießt weltweiten Ruf. Nicht nur als Künstler mit ganz eigener Handschrift, sondern auch als Sammler. So, wie er in seinem Gebäudekomplex neben alten Druckgrafiken und Radierungen archaische Skulpturen bis hin zur Neuzeit sammelt, weist der Duktus seiner eigenen Arbeiten weit in die Vergangenheit zurück. „Fast bis zu Adam und Eva“, meint Brauchle mit einem anerkennenden Lächeln. Sein 67 Jahre alter Künstlerkollege schürft mit seinen scheinbar aus Holz geschaffenen Plastiken in der Menschheitsgeschichte. Es gehe ihm um das Menschsein schlechthin. Seine Gesichter erinnern Brauchle an Werke aus frühen orientalischen Hochkulturen. Andere wiederum gleichen afrikanischen Kultfiguren. Tatsächlich bearbeitet Klinge Fundstücke aus Holz, um sie dann in Bronze zu gießen. Diese Ergebnisse versieht er dann mit einer unglaublichen Patina.

Sein internationaler Ruf hat dem Bildhauer schon gemeinsame Ausstellungen mit Werken von Picasso und Kirchner beschert. Umso mehr freut sich Brauchle, dass es endlich geklappt hat. Zumal der südkoreanische Kunstprofessor Woo Jong Taek, der von derselben Nürnberger Galerie wie Klinge vertreten wird, mit von der Partie ist. In Woos von Kraft und Energie strotzenden schwarzweißen Mischtechniken scheint man ebenfalls in archaische Zeiten abzutauchen. Beider Arbeiten ergänzen sich optisch hervorragend.

KV-Vorsitzender Roland Hasenmüller wirft noch einen Blick in die Zukunft. Nach der bis 28. November dauernden aktuellen Kunstschau zeigt der Kunstverein 2022 drei Ausstellungen. Den Anfang machen acht Fotografen; es folgt eine Hommage zum 70. Geburtstag des Bildhauers Rudolf Kurz; und den Abschluss machen rund zehn in Ellwangen lebende oder von hier stammende Künstlerinnen. „Sie werfen einen weiblichen Blick auf die männliche Stadt“, wie Ulrich Brauchle den „Arbeitstitel“ nennt. Wolfgang Nußbaumer

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