Neu im Kulturbahnhof - wenn „Ox“ und Esel Zuwachs bekommen

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Julia Sylvester und Manuel Flach in der Inszenierung „Ox&Esel – eine Art Krippenspiel“. Das Theaterstück wird im November und im Dezember im Kulturbahnhof in Aalen aufgeführt.
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Das Stück „Ox & Esel“ des Theaters der Stadt Aalen lebt vom Wortwitz der Dialoge und vom überzeugenden Spiel von Julia Sylvester und Manuel Flach. Darum geht es.

Aalen

Ox&Esel – eine Art Krippenspiel“ heißt das Weihnachtsstück des Theaters der Stadt Aalen, das am Sonntagnachmittag im Kulturbahnhof Premiere feierte.

Der Titel verrät es schon – hier handelt es sich um eine nicht ganz ernst gemeinte Adaption der klassischen Weihnachtsgeschichte mit reduziertem Personal. Ox und Esel stehen im Mittelpunkt und das, was da in der Futterkrippe liegt. Das ist nämlich nicht nur das erwartete Abendessen, sondern ein Kind. Ein ganz Kleines. Was hat ein Menschenkind in der Krippe verloren? Ist es vielleicht das Jesuskind? „Ist doch jetzt die Zeit für sowas“, meint Esel.

Die Eltern sind jedenfalls nicht in Sicht, also muss das tierische Duo sich wohl selbst um das Baby kümmern. Und das ist ziemlich amüsant, ob es nun ums Essen geht oder ums Wickeln. Esel mag Disteln, Ox mag Heu, aber was braucht so ein Kind? Und warum ist es auf einmal so feucht?

Das Stück von Norbert Ebel lebt vom Wortwitz der Dialoge, vor allem aber vom überzeugenden Spiel der Schauspieler. Julia Sylvester poltert als Ox im olivgrünen Overall und Gummistiefeln über die Bühne (Ausstattung Ariane Scherpf) und kann sich erst gar nicht so richtig damit abfinden, dass die Stallgemeinschaft nun Zuwachs bekommen hat. Ox ist die Figur fürs Grobe, die auch schon mal einen Soldaten des Herrn Rodes niederstreckt. Manuel Flach gibt den Esel – der trägt statt Eselsohren Rastalocken – sensibel und fürsorglich und glänzt immer wieder in der verzweifelten Suche nach dem richtigen (Fremd)-Wort.

Ihren besonderen Reiz erhält die Inszenierung von Winfried Tobias durch die Mitwirkung von Axel Nagel. Im schwarzem Frack und einem imposanten Zylinder auf dem Kopf thront er mit seiner Gitarre neben der Bühne und ist gleichzeitig Musiker und Geräuschemacher. Lässt die Stalltüren quietschen, den Wind heulen und das Baby wimmern und pupsen. Und sorgt für die musikalische Untermalung. „Gemeinsam sind wir unentbehrlich“, singen Ox und Esel am Ende, als das Kind satt und zufrieden ist. Eine gute Botschaft. Das altersmäßig bunt gemischte Publikum hat seinen Spaß und applaudiert lange.

Unter den Zuschauern ist auch Frederick Brütting. Der Oberbürgermeister kommt auf die Bühne und gratuliert im Namen der Stadt zur Premiere. „Wir sind stolz auf das Theater“, sagt er und dankt für das „wunderbare Stück in dieser schwierigen Zeit“.

Termine: 28. November, 5., 12., 19., 27. und 28. Dezember. Beginn jeweils 15 Uhr. Alle Vorstellungen finden im Kulturbahnhof Aalen statt. Informationen unter www.theateraalen.de

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