„Night Reflection„: Eine Chance mitten in der Corona-Zeit

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Der Filmkomponist hat in der Corona-Pandemie eine CD mit lokalen Musikerinnen und Musikern produziert und dafür 25 000 Euro in die Hand genommen.
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Der Filmkomponist Markus Lonardoni hat in der Pandemie zehn Musikerinnen und Musiker aus der Region auf einem Album zusammengebracht. Nun gibt es die CD zu verschenken.  


Aalen-Fachsenfeld. Es hat eineinhalb Jahre gedauert, doch nun ist sie fertig. Die Platte „Night Reflection“ von Markus Lonardoni. Der Filmkomponist hat dafür zehn Musikerinnen und Musiker aus der Region auf einem Album zusammengebracht. Drums und Percussion haben neben dem Macher selbst Christoph Huber übernommen, am Bass ist Markus Fritsch und an der Gitarre Roman Spilek zu hören. Die Piano- und Keyboardtasten hat Martin Sörös bedient und Christian Bolz ist am Saxophon zu Gange. Bernd Weingart lässt die Trompete und Blues Harp ertönen und Laura Luchian, Vera Ullrich sowie Christian Steiner singen. Die Idee hinter Night Reflection? „Ich wollte während der Corona-Zeit Musikern eine Chance geben an einem besonderen Projekt beteiligt zu sein und ein übliches Studiohonorar zu verdienen, damit sie überleben können.“ Dafür nahm er 25.000 Euro in die Hand. Alleine wegen Covid verzögerte sich das Release mehrfach. 

Das komplette Album wurde im Vorfeld von Lonardoni komponiert, die Künstlerinnen und Künstler nach einer kurzen Bewerbungsphase mit über 100 Anwärterinnen und Anwärtern selektiert und anschließend ging es ins Tonstudio zu Jürgen Stauber, der seit über zehn Jahren die SWR Bigband abmischt. „Ich kannte ihn nicht und habe ein Juwel entdeckt“, gibt Lonardoni begeistert zu Protokoll. Was dem Komponisten besonders wichtig ist: „Auf dem Album ist alles Handmade, kein Computerschnipsel, kein Drumcomputer, keine Midi-Sequenzen – so wie man es früher gemacht hat.“ Ein homogener und authentischer Klang sei ihm wichtig. Was bedeutet eigentlich der Plattenname „Night Reflection“? „Es gibt Titel, da setzen sich die schlausten Leute zusammen und beraten oder man hält es kurz“, erklärt der Macher, dem Albumtitel und Songnamen laut eigener Angaben zugeflogen sind. 

Musik, die vom Rhythmus geprägt ist

Insgesamt neun Songs haben es auf das Album geschafft, die Hälfte davon ist sind mit Gesang, die Texte zu den Songs wurden von den Sängerinnen und Sängern geschrieben. Die andere Hälfte ist instrumental. Von Soul, Funk, Rock und Blues habe er sich inspirieren lassen, sagt Lonardoni. Diese Mischung ist klar auf dem Album zu hören. „Die Musik ist eher Rhythmus-geprägt, mit meiner Filmmusik hat das nicht so viel zu tun“, so Lonardoni, der unter anderem für den Tatort, ein Fall für Zwei oder Alarm für Cobra 11 Titel geschrieben hat.

Eineinhalb Jahre hat es gedauert, nun ist der Silberling fertig: 1000 CDs hat de Filmkomponist pressen lassen. Die ersten 100 CDs verschenkt er. „Einfach eine E-Mail schreiben, dann schicken wir ein Album zu“, erklärt Lonardoni das Prozedere. Auch auf Apple Music und Spotify wird Night Reflection zu hören sein. Und wie ist das Resümee des Machers nach dem zeitintensiven Aufnahmen? „Es war ein einmaliges Projekt, das viel Spaß gemacht hat– trotzt Corona.“

Wer gerne eine der 100 CDs geschenkt haben möchte, kann sich unter der E-Mailadresse municsoundproduction@posteo.de melden.

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