Nikolaus Stark: ein malender Pfarrer mit Botschaft 

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Nikolaus Stark, der Pfarrer, der auch malt, in seinem Atelier in Wallerstein. Dort lebt er seit seinem Ruhestand, dort predigt er auch ab und zu noch. Fotos: dot
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Der 91-Jährige hat ein umfangreiches Werk geschaffen, mit dem er ein klares Ziel verfolgt. Nun sind seine Arbeiten in Ellwangen zu sehen.

Bopfingen-Wallerstein

Er ist ein Künstler mit einer klaren Botschaft. Die er nimmermüde mit seinen Gemälden vermitteln möchte. Nimmermüde in einem Alter, in dem andere rasten und ruhen. Doch wenn man den 91-jährigen Pfarrer Nikolaus Stark bei sich zu Hause in Wallerstein besucht, kann es sein, dass er sich gerade seine Malerschürze übergezogen hat, aber kurz zuvor gerade noch die Predigt für den Sonntag fertig geschrieben hat. Wallerstein hat keinen Pfarrer, da springt Nikolaus Stark gerne ein. „Der fehlt hier, und ich gehöre ja hier dazu“, sagt er dazu.

Seit 20 Jahren ist Nikolaus Stark im Ruhestand. Geboren wurde er 1931 in Geislingen Ries, doch man kennt ihn auch im Ostalbkreis sehr gut. Nach seiner Priesterweihe 1957 als Pfarrer der Diözese Rottenburg-Stuttgart wirkte er in mehreren Gemeinden. Ab 1984 schließlich war er 17 Jahre lang Pfarrer in Aalen-Dewangen.

Erinnern an die Bibel

Immer war Stark dabei auch Künstler. Seine Werke waren bereits in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, auch Kirchenkunst hat er immer wieder geschaffen. Aktuell sind einige seiner Werke in der St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen zu sehen. „Perle im Virngrund - was lebt und gelebt wird“, so der Titel der Ausstellung, die dort noch bis zum 31. August gezeigt wird. „Ich bin ein Pfarrer, der auch malt“, sagt Stark dazu. „Und hierbei ist mir der Inhalt das Wichtigste“, betont er.

Starks Werk ist vielfältig, es gehören aus Skulpturen und Zeichnungen dazu - doch in vielen seiner Gemälde verarbeitet er neben Landschaftseindrücken vor allem religiöse Themen. „Die biblischen Geschichten geraten zur Legende zu werden“, sagt er. „Aber an diese Geschichten muss immer wieder erinnert werden. Ich bin im Dienst der Verkündung. Nicht mehr und nicht weniger.“

Sich immer wieder auf die christlichen Werte besinnen, dieses Thema steht über dem Werk von Nikolaus Stark. Immer wieder, so zeige die Bibel, habe der Mensch sich davon abgewandt und wieder zugewandt. Und so zeigt die Ausstellung in Ellwangen auch erstmals Werke aus der Bilderreihe der „Geschichte Gottes mit dem Menschen“ von Fridolin Stier. Starks künstlerische Auseinandersetzung mit dem Alten und dem Neuen Testament.

Durchscheinende Flächen

Bereits seit seiner Kindheit malt der Geistliche. Dass er nicht zum Maler wurde, sondern den Beruf des Pfarrers einschlug, das habe seine Begegnung und Gespräche mit Kriegsgefangenen bewirkt, die er als junger Mann gehabt habe, wie Stark erzählt. „Die waren ausschlaggebend, dass man in eine andere Richtung geht.“

Voller Kunst ist Nikolaus Starks Leben trotzdem, voller Kunst auch das Haus in Wallerstein. An den Wänden, in Stapeln auf dem Boden, in Kisten voller Skizzenbücher - entstanden auf Reisen unter anderem auch nach Israel oder auch vor der Haustüre in Christgarten - wenn es geht, wandert Stark auch gerne. In seinem Atelier arbeitet Nikolaus Stark mit Kaseinfarben, die er selbst aus Kalk, Quark und Pigmenten herstellt. Mit ihnen schafft er durchscheinende Flächen in leuchtenden Farben, oft nur Konturen, die trotzdem fern jeder Verfremdung sind. Es gehe nicht darum, wie etwas geschehen sei, sondern was, deshalb sei seine Gestaltung nicht so handfest, wenn auch nicht abstrakt. „Mit Abstrakten geht es ja nicht, eine Botschaft zu erzählen und zu erinnern“, erklärt der Künstler.

Verkauft er Arbeiten, so fließt der Erlös in die Stiftung „Pfarrer Nikolaus Stark“. Rund 2000 Werke, die dort auch verwaltet und katalogisiert werden, hat er bisher geschaffen. „Die religiösen Dinge sollen ja auch zusammenbleiben“, erklärt er.

Intensive Auseinandersetzung

Als er noch nicht in Rente gewesen sei, habe er vor allem in den Ferien gemalt, erinnert sich Nikolaus Stark. „Andere fuhren nach Italien, ich habe den Kittel angezogen, dann ging es los“, sagt er. Heute orientiere er sich am Wetter oder daran, ob er Material habe. Indem er sich religiösen Themen widme, müsse er sich immer wieder auch sehr intensiv damit auseinandersetzen und hinschauen. „Das ist das Wichtigste“, sagt der Pfarrer, der auch malt.

Die Ausstellung in der St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen ist noch bis zum Mittwoch, 31. August, während der Besuchszeiten zu sehen.

Nikolaus Stark Pfarrer Wallerstein
Nikolaus Stark Pfarrer Wallerstein
Nikolaus Stark Pfarrer Wallerstein mit einem seiner Skizzenbücher. Foto: neu Dagmar Oltersdorf
Nikolaus Starks Haus ist voller Kunst, die Gemälde stapeln sich, er malt unermüdlich.
Nikolaus Stark mit einem seiner Skizzenbücher. Es gibt mehrere Kisten davon.

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