Nordischer Jazz mit warmen Tönen

+
Die Arild Andersen Group beim Jazz im Prediger
  • schließen

Die Arild Andersen Group auf besonderen Tonspuren in der „Jazz mission“ Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd. Mit „Geplant war dieses Konzert schon seit dem 30. November 2019, aber dann ….“, eröffnete der Vorsitzende der Jazz Mission Schwäbisch Gmünd, Matthias Flum, den Auftritt der„Arild Andersen Group“ im Festsaal des Prediger. Die Erleichterung über einen Live-Auftritt war nicht nur bei Flum zu spüren, auch Bassist Andersen artikulierte die Freude, vor „echtem“ Publikum zu stehen.

Arild Andersen steht mit dem Kontrabass schon seit 1967 auf der Bühne. Damals mit einer Band, der unter anderem Jan Garbarek angehörte. Doch mittendrin im Heute ist er noch immer ein besonderes Erlebnis. War er früher Teil einer Band, sucht er nun begabte jüngere Musiker zum Zusammenspiel. Und hinterlässt ganz besondere Tonspuren.

Sie sehen unspektakulär aus, die drei neben Andersen. Bescheiden, ohne Allüren stehen sie auf der Bühne als einzige Band, ohne Vorgruppe – ein Novum in der „Jazz mission“. Nonstop geht es durchs musikalische Programm der Extraklasse für 90 Minuten, hauptsächlich mit Andersens Kompositionen.

Der Bass beginnt mit warmen Tönen, die Finger zupfen rauf und runter, das Tenorsaxofon fällt ein, man glaubt Jan Garbarek zu hören, dann der Flügel und das leise Wischen der Brushes auf Fell und Becken. Melodiös, leicht und leise, selbst wenn es laut ist. Nichts Schrilles, dafür Helles, Scharfes, das wieder in Harmonien einsinkt.

Dass Saxofonist Marius Neset für Aufsehen und Staunen in der internationalen Musikwelt sorgt, lässt sich leicht nachvollziehen. Leichte, Schwere, Höhe, Tiefe, kurz angeblasen, lang anhaltendintoniert, das ist wunderbar.

Hält man Schlagzeuger für „laute Typen“, belehrt HåkonMjåset Johansen eines Besseren. Brushes, Sticks und Bogen erzeugen eine überraschende Farbigkeit der Klänge. Soli werden zu einer erlebnisreichen Fahrt durch viele Stimmungen, münden im gemeinsamen Spiel des norwegischen Quartetts.

Unaufgeregt pointierend Helge Lien am Piano. Die Finger auf den Tasten sind eines, die zusätzlichen auf den angeschlagenen Klaviersaiten setzen Akzente in seinem neuen unverwechselbaren Stil, den bekannte Jazzgrößen von Garbarek bis Chick Corea in ihrer Band haben wollen.

Das Publikum, „eine bekannte Grösse“, so Flum, sparte nicht mit Applaus, für den es zwei Zugaben erhielt. Noch einmal„nordischer Jazz mit warmen Tönen“. Gise Kayser-Gantner

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Mehr zum Thema

Kommentare