Opferkuch, die Rhapsody und die JPO

+
Eröffnungskonzert mit der JPO und Elias Opferkuch. Foto:opo

Bei der Eröffnungsperformance „da!Sein#!“spielt der Pianist zusammen mit der Jungen Philharmonie.

Lauchheim-Hülen. Schön, dass er mal wieder da war. Dem fantastischen Konzert der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg bei der Eröffnungsperformance „Blue Broadway“ am Freitagabend mehr als nur ein weiteres Glanzlicht aufsetzte. Elias Opferkuch, Eigengewächs der JPO, längst den Nachwuchsschuhen entwachsen. Reif und ausgewogen seine Interpretation von Gershwins „Rhapsody in Blue“ - fein austariert das Spiel mit dem kraftstrotzend und enthusiastisch aufspielenden Klangkörper unter dem Dirigat von Uwe Renz. Der diesen Enthusiasmus bestens in Schach zu halten weiß. Schließlich geht es für die jungen Musikerinnen und Musiker immer wieder von fast Null auf Hundert.

Jazz, Blues und Sinfonik - Gershwin hat vor bereits fast 100 Jahren bei seiner Komposition des Stücke Stilgrenzen überschritten. Es kann fast jeden, der Musik liebt, abholen. Und auch den Musizierenden gelingt das an diesem Abend. Klarinetten, die sich nach oben jaulen, gefühlvoll wogende Streicher, brummelnde Bläser, Passagen, die fast wie Marschmusik klingen, ein wenig Musicalschmalz, tänzerische Elemente und zwischendurch geht es - einfach gesagt - auch mal gemeinsam bombastisch ab. Verschnaufpausen, perlende Läufe, Dissonanzen, die innerlich aufwühlen, die gibt es, wenn Elias Opferkuch am Flügel allein das Sagen hat. Es sind die Minuten, in denen man die Augen schließt. Theoretisch.

Mambo zum finalen Feuerwerk

Die Augen können nicht ruhen, wenn die Lichteffekte auf den Schlossmauern den Blick auf sich ziehen und sich die Köpfe weg von der Bühne recken. Halbmonde in Goldgelb wandern über Wände, die plötzlich in tiefes Blau getaucht sind. Ornamente schaffen Farbspiele, die den Charakter der Musik nachzeichnen.

Als die Rhapsody verklingt, wäre das nach bereits vier Stücken ein mehr als würdiger Schlusspunkt. Doch was mit Bernsteins „Candide“, „Summertime“ und „I got plenty for nothing“ von Gershwin begann, wird mit Bernstein zum dramatischen Höhepunkt gebracht. Uwe Renz und die rund 90 Musizierenden verabschieden sich mit den Sinfonischen Tänzen aus der West Side Story - Bilder der kämpfenden Jets und Sharks, des hitzigen Mambos im Tanzsaal - wer sie im Kopf hat, vergisst sie wieder. Zusammen mit Uwe Renz teilt sich ab da der Feuerwerkskomponist Joachim Berner den Taktstock. Nach vier Minuten rieselt es Sterne vom nachtblauen Himmel. Minutenlang auch der Applaus, mit dem sich das hingerissene Publikum stehend für diesen Abend im „da!Sein#1“ bedankt. ⋌ dot

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Kommentare