„Oskar und die Dame in Rosa“

Das Theaterstück animiert dazu, ein schwieriges Thema nicht totzuschweigen.

Aalen. Eric-Emmanuel Schmitts Ein-Personen-Stück „Oskar und die Dame in Rosa“ mit Alice Katharina Schmidt unter der Regie von Tina Brüggemann feiert am Samstag, 12. November, um 20 Uhr Premiere im Alten Rathaus.

Als „Stück, das sehr zu Herzen geht“, beschreibt Tina Brüggemann eines der bekanntesten Werke des französischen Autors. Denn obwohl ein schwieriges und trauriges Thema im Mittelpunkt stehe, kenne die Regisseurin kein anderes Bühnenstück, das „so tröstend und so witzig“ damit umgehe.

Held der Geschichte ist der zehnjährige, an Leukämie erkrankte Oskar. Oskar weiß, dass er sterben wird, und verfasst in den letzten zwölf Tagen seines Lebens Briefe an den lieben Gott. Wie einem guten Freund schildert er ihm mit unerschrockenem Witz seinen Alltag in der Klinik, aber auch seine Ängste. Dass Oskar sich an Gott wenden soll, hat ihm Rosa geraten, die ehrenamtlich in der Klinik für erkrankte Kinder arbeitet.

Keine Scheu

Während Oskars Eltern Angst davor haben, mit ihrem Sohn über seinen bevorstehenden Tod zu reden, hat Rosa keine Scheu, die bittere Wahrheit anzusprechen. Und so erfindet sie für sich nicht nur ein Leben als Catcherin, sondern ermutigt Oskar dazu, sich jeden seiner verbleibenden Tage wie zehn Jahre vorzustellen. Damit erhält Oskar die Chance, ein ganzes Menschenleben zu durchleben: Er erzählt Gott in seinen Briefen von seiner Jugend und seiner ersten Liebe sowie dem Alter als Zeit der Sorgen und Verantwortung. Alice Katharina Schmidt spielt dabei nicht nur Rosa, sondern schlüpft mit großer Spielfreude in die Rolle von Oskar und sogar in die seiner Freunde oder der Klinikangestellten. Es handelt sich, wie Brüggemann ausdrückt, um ein „facettenreiches Spiel, einen richtigen Theaterabend also, der die direkte Begegnung in den Mittelpunkt rückt“. Das Publikum erwartet ein zwar trauriger Abend, der es jedoch ebenso durch Oskars Furchtlosigkeit wie durch seinen unverstellten Blick schafft, zu trösten. Vor allem aber lädt das Stück dazu ein, dem Thema Sterben nicht aus dem Weg zu gehen, „so, wie Oskar und Rosa es auch nicht tun.“

Spieltermine

Samstag, 12. November, 20 Uhr: Premiere im Alten Rathaus

Mittwoch, 16. November, 19 Uhr: Kloster EllwangenWeitere Aufführungen im Alten Rathaus: Freitag, 18. November, 20 Uhr

Samstag, 19. November, 20 Uhr

Freitag, 25. November, 20 Uhr; im Anschluss: „Theatertrifft“ den Organisator des „Segeltaxi“.

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