Oskars offenherzige Briefe an den Lieben Gott

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Oskar und die Dame in Rosa. Foto: Theater Aalen/Maria Clarissa Wolf
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Tod und Sterben feinsinnig aber auch humorvoll beleuchtet vom Theater der Stadt Aalen.

Aalen. Mit einer großartigen Solo-Performance der Schauspielerin Alice Katharina Schmidt feierte die neue Theaterproduktion „Oskar und die Dame in Rosa“ im Alten Rathaus Aalen Premiere. Regisseurin Tina Brüggemann hat den gleichnamigen Bestseller des französischen Autors Eric-Emmanuel Schmitt als Ein-Personen-Stück für die Bühne bearbeitet.

Die Geschichte handelt von Oskar, 10 Jahre alt, dem nicht mehr viel Zeit zum Leben bleibt. Er ist unheilbar an Leukämie erkrankt. Auf den Rat seiner großen Freundin Rosa hin, einer liebevollen älteren Dame, schreibt er offenherzig Briefe an den lieben Gott. Über die Angst vor dem Sterben und über die Unfähigkeit der Erwachsenen, ehrlich mit ihm über die Situation zu sprechen, aber auch über die erste Liebe.

Bevor das Stück beginnt, flimmern Szenen aus Ringkämpfen über einen kleinen Bildschirm auf der Bühne. Athletinnen, die gegeneinander antreten und sich zu Boden werfen. Alice Katharina Schmidt betritt die Bühne, legt ihren Mantel ab, zieht die rosafarbenen Stiefeletten aus und stellt den Bildschirm ab. Aus einem bunten Spielzeugkoffer holt sie ein handbeschriebenes Blatt hervor und beginnt zu lesen: aus Oskars Briefen.

Die lebenskluge Rosa

Aber Schmidt liest nicht nur, sie spielt auch kleine Szenen aus dem Leben des kranken Jungen. Und das mit unglaublicher Wandlungsfähigkeit. Wie das Chamäleon die Farbe, wechselt sie die Figuren und lässt sämtliche Personen lebendig werden. Sie spielt die lebenskluge und erfrischende Rosa, die immer wieder von ihren Erlebnissen als Catcherin erzählt, um Oskar aufzumuntern. Und die dann auch mal den Garderobenständer schwingt, um zu zeigen, wie der Kampf ausging.

Wenn Oskar mit seiner hellen Kinderstimme spricht, setzt Schmidt eine bunte Mütze auf, um den kahlen Kopf zu bedecken. Sie lässt seine Krankenhaus-Kumpel Bacon und Popcorn zu Wort kommen und zeigt die schüchternen Annäherungsversuche an Peggy Blue, das Mädchen mit der blauen Haut.

Ein berührendes Stück

„Oskar und die Dame in Rosa“ ist ein nachdenkliches und berührendes Stück, das feinsinnig und durchaus humorvoll das ernste Thema Tod und Sterben behandelt.

Eine unbedingt sehenswerte und auch bei einer Spieldauer von 80 Minuten ausgesprochen kurzweilige Theaterinszenierung. 

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