Wespels Wort-Wechsel

Paste und Pasta

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Manfred Wespel über "Paste und Pasta".

Manfred Wespel über Teig, Pasta und Leim

Aalen. Seltsam, es heißt zwar Currypaste und Polierpaste und Handwaschpaste und Schuhpaste, aber die Paste, die wir zum Zähneputzen aus der Tube drücken, heißt (Zahn-)Pasta. Natürlich verbinden wir mit Pasta all jene vielfältigen Teigwaren (Spaghetti, Penne und Co.), die inzwischen neben den deutschen Nudeln und schwäbischen Spätzle die deutsche Küche erobert hat und die als italienisches Nationalgericht gelten - lange vor der Pizza.

„Pasta – basta!“

Im Italienischen steht „pasta“ zuerst einmal für jeden Teig, und die Pasta, die wir im Supermarkt kaufen, müsste eigentlich vollständig pasta asciutta (getrockneter Teig) heißen. Ausgangspunkt ist ein spätlateinisches pasta für Teig oder Brei, und im Deutschen hieß ursprünglich auch jede Form breiiger Produkte Pasta, das sich später zu Paste abschwächte – nur in Zahnpasta nicht. Die Franzosen haben aus pasta dann pâte (Brei) gemacht, und das gefüllte Teigstück heißt pâtė, das bei uns wiederum Pastete genannt wird. Die Engländer haben für Teigwaren ebenfalls das italienische pasta (päste) übernommen und dabei ihrer Lautung angepasst, und paste (peist) heißt bei ihnen nicht nur Paste und Zahnpasta, sondern auch Kleister und Leim – alles etwas breiig oder eben pastös.

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