„Paul*“: Wann ist ein Mann ein Mann?

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Paul* heißt das neue Stück des Theaters der Stadt Aalen.
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Liebe, Beziehung, Sexualität und Geschlechterbilder stehen im Vordergrund des Stücks, das das Theater der Stadt Aalen aufführt. 

Aalen. Wann ist ein Mann ein Mann? Was macht eine Frau zur Frau? Um Fragen zur eigenen Körperlichkeit und zur sexuellen Identität geht es in der neuen Produktion des Theaters der Stadt Aalen. „Paul*“ von Eva Rottmann feiert am Donnerstag, 10. Februar, im Alten Rathaus Premiere.

Für Chris ist die Welt nicht mehr so, wie sie mal war. Denn Paula, mit der er eine Beziehung führt und zwei Kinder hat, ist jetzt zu Paul geworden. „Ein klassisches Beziehungsdrama“, sagt Regisseur Winfried Tobias. Es gehe um Liebe, Beziehung und Sexualität, aber auch um Transpersonen und unseren Umgang mit Geschlechterbildern. Und wie man Unsicherheiten begegnet, wenn das eigene Weltbild ins Wanken gerät.

Das Stück „Paul*“ – mit dem Gendersternchen im Titel – ist nah am Puls einer Zeit, in der heftige Debatten über die richtige Aussprache und Schreibweise geführt werden. Gendersensible Sprache ist ein Thema, das auch die Theatermacher beschäftigt. „Als Theater sind wir ein Ort, der Sprache mit sorgfältiger Aufmerksamkeit behandeln möchte“, so Winfried Tobias. Für Gerhard Herfeldt, zuständig für die Dramaturgie, bedeutet das, „die sprachlichen Gegebenheiten mitzudenken und zu hinterfragen“. Gendersternchen zu setzen sei relativ simpel, ergänzt Herfeldt, der auch für die Pressearbeit am Theater verantwortlich ist. Aber wie spreche man Menschen richtig an, die sich weder als Frau noch als Mann identifizieren?

Einfach ist das nicht. „Es gibt jede Menge Fettnäpfchen“, meint Winfried Tobias. Deshalb habe man sich auch Unterstützung geholt. Larah Fritz von der queer*a-Gruppe an der Hochschule Aalen begleitet die Produktion. Außerdem nahm man Kontakt zur Transgender-Beratungsstelle in Ulm auf.

„Paul*“ ist ein Ein-Personen-Stück. Die Ausstattung sei neben ein paar Requisiten eher spartanisch, sagt der Regisseur. Die Konzentration liege ganz auf dem Schauspieler. Wer der Darsteller in dieser unterhaltsamen Coming-out-Geschichte ist, will Winfried Tobias noch nicht verraten. Aber er verspricht eine Produktion, „die eine gesellschaftliche Debatte auf eine persönliche und greifbare Geschichte nachvollziehbar herunterbricht“.

Das Stück dauert etwa eine Stunde und ist für Jugendliche ab 15 Jahren geeignet. Nach jeder Aufführung gibt es ein Nachgespräch mit einer Theaterpädagogin. ⋌Beate Krannich

Premiere ist am Donnerstag, 10. Februar, um 19 Uhr im Alten Rathaus.

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