Pure Musik: Die Philharmonie ist zurück

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Das Orchester beglückt das Publikum mit mit Werken von Camille Saint-Saëns, Edward Elgar und Sir Hubert Parry.
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Die Philharmonie Schwäbisch Gmünd musiziert in Hochform, trotz zweijähriger Corona-Pause.

Schwäbisch Gmünd. Wohl der Stadt, die ein solches Orchester hat: Am Samstagabend hat die Philharmonie Schwäbisch Gmünd nach zweijähriger Pause zum traditionellen Herbstkonzert geladen und beglückt das Publikum mit Werken von Camille Saint-Saëns, Edward Elgar und Sir Hubert Parry, allesamt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zum Gelingen des Abends trägt, neben einer bestens aufgestellten Philharmonie, auch die Solistin des Abends, Pianistin Sophia Weidemann bei.

Wie mit einem Weckruf der Bläser beginnt Saint-Saëns’ Klavierkonzert Nr. 1, D-Dur, op. 17, ein Motto, das alsbald beherzt die Streicher und die Pianistin aufgreifen. Ein Werk von jugendlicher Frische komponierte der Franzose mit nur 23 Jahren, eine geniale Besetzung daher auch die 1994 geborene Sophia Weidemann, deren Hände selbst bei den rasantesten Aufwärtsläufen über das Klavier zu schweben schienen. Es ist pure Musik, als hätte die Pianistin jede Form von Technik transzendiert.

Mit düsteren Streicherklängen beginnt dagegen der zweite Satz, ein schwermütiger Klangteppich, über den das Klavier eine elegische Melodie ausbreitet. Voller stürmischer Dynamik sodann der dritte Satz, in dem die Philharmoniker vollends zeigen, was in ihnen steckt – nach zwei Jahren ohne Konzert knüpfen die 43 Musiker an ein top Niveau an! Grandios ist das Ende des rund 30-minütigen Klavierkonzerts mit Trompetenfanfaren und Trommelwirbel.

Nach der Pause geht es mit Edward Elgars Serenade E minor, op. 20, weiter. Der erste Satz, das Allegro piacevole, das friedvolle Allegro, beinhaltet wunderbare Melodiebögen, die das Orchester unter der Leitung seines Dirigenten Knud Jansen mit feinen Nuancierungen interpretiert. Der Überschwang und das Temperament im ersten Teil des Konzerts weicht einer ruhigen und zarten Musik, die den Musikern, nun ohne Solistin, nicht weniger abverlangt.

Mit einem weiteren englischen und spätromantischen Komponisten, Hubert Parry, endet das Konzert. Seine Suite für Orchester in F, auch Lady Radnor’s Suite genannt, ist 1894, entstanden und greift barocke Tanzsätze auf. Triumphierend ist die lebhafte Prélude, es folgt eine schicksalsschwere Sarabande, und am Ende eine beschleunigte Gigue, bei der das Orchester noch einmal sein ganzes Können und vor allem die Freude an der Musik unter Beweis stellt.

Jansen leitet das Orchester mit fast schon tänzerischen Bewegungen und zeichnet mit dem Taktstock die Musik vor.

Birgit Markert

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