René Nafziger entführt ins phantastische „Aalgart“

+
Rene Nafziger hat bereits eine ganze Reihe von Fantasy-Romanen für Jugendliche veröffentlicht.
  • schließen

Sieben Bände der Fantasy-Reihe „Tim Unsch“ hat der Deutschlehrer geschrieben. Worum's geht und welche Rolle Aalen spielt.

Aalen

Fans der klingonischen Sprache sollten aufhören. Auch in Aalen ist eine neue Sprache entwickelt worden. „Danaran“ nennt René Nafziger diese. Er ist Autor der Fantasy-Reihe „Tim Unsch“. Und in der spielt die von Nafziger selbst entwickelte Sprache eine wichtige Rolle.

Die Ideen gehen dem Aalener offenbar nicht aus. Bereis den siebten Band seiner Tim Unsch-Reihe „Die letzte Prophezeiung“ hat er nun abgeschlossen. „Da geht es jetzt schon um die Enkel der Hauptprotagonisten und um eine international agierende Gruppe“, erzählt Nafziger. Vielleicht geht ihm das Schreiben ja ein wenig leichter von der Hand wie so manch anderem, weil er auch beruflich mit Sprache zu tun hat. Er ist Lehrer am St. Gertrudis in Ellwangen. Für Deutsch. Doch auch andere Sprachen interessieren ihn.

Vom Lehrer zum Autor

Seit 2015 schreibt René Nafziger. Seine „Tim Unsch“ Reihe ist inspiriert von Tolkien und Harry Potter. „Mein Lieblingsjugendbuch war 'Der Herr der Ringe'“, erzählt er. „Es ist jetzt nun kein Harry Potter, aber es macht Spaß, Dinge zu erfinden“,so der Autor. „Aber auch hier gibt es natürlich einen Bösen“, erklärt Nafziger. Inspiriert aber auch durch seinen Schulalltag. Der Vater einer 21-jährigen Tochter und eines 15-jährigen Sohnes unterricht auch angehende Abiturientinnen und Abiturienten, da habe er sich dann das, war er „den Schülerinnen und Schülern zumutet“, sich eben auch selbst zugemutet. Als er dann im Netz auf ein Programm für kreatives Schreiben stieß und es ausprobierte, sei „ein Knoten geplatzt“ und er behalte immer den Überblick. „Ich habe dann innerhalb von drei Wochen 300 Seiten geschrieben“, erinnert sich René Nafziger.

Eine visuelle Struktur habe er immer im Kopf, sagt Nafziger. Die aber umzusetzen, dabei habe ihm sein Autorenprogramm geholfen. „Ich kann sowohl erst einmal kreativ losschreiben, aber auch erst einmal Szenen aufsetzen, also vor dem Losschreiben entwickeln.“

Um was es bei „Tim Unsch“ geht

Es geht natürlich um Tim, aber auch um Joseph und Dana. Sie besuchen im Auftaktband „Das Vermächtnis von Aalgart“ alle die gleiche Schule, mit den Problemen, die der Schulalltag so mit sich bringt. Dieser Alltag tritt in den Hintergrund, als Zwerge auftauchen, die aus einem anderen Reich gekommen sind, um magischen Zeichen zu finden. Die sollen dabei helfen, das Tor zu ihrem Reich Danladu wieder geschlossen halten zu können. Auch der Hermesstab aus der griechischen Mythologie, der das Cover von Band 1 ziert, spielt dabei eine Rolle, aber auch sieben Chakren. „Dabei treffen sie auf Menschen, die andere Ziele verfolgen“, erzählt der 56-Jährige. Bald werden die drei Freunde in einen Kampf um das Auffinden dieser Zeichen verwickelt.

„Aalgart“ ist Aalen

Der Ort „Aalgart“ ist Aalen, wie Nafziger erklärt. Es gibt einige Stellen, wo man es klar herauslesen könne. Die Bischof-Fischer Straße komme in dem Roman vor, der Wertstoffhof, der Kocher und die Aal, der Marktbrunnen und ein Eiscafé. „Das kann man schon alles wiedererkennen“, sagt der Autor. Weil es aber landschaftlich zu wenige Anhaltspunkte für Fantasy geben, habe er vieles an die Landschaft der Sächsischen Schweiz angelegt. Nafziger selbst kommt allerdings ursprünglich aus Wiesbaden.

Sprachen über Sprachen

Nicht nur das „Danaran“ hat der Deutschlehrer für seine Romane entwickelt, das aber besonders ausführlich. „Es ging mir nicht nur um die Worte, sondern auch darum, dass diese eine Struktur hat. Da sollte schon stimmen“, sagt Nafziger, der selbst fünf Sprachen spricht. Dazu gehört eine komplette Grammatik, spielsweise auch die Konjugation. „Ich bin“ heißt „to sito“, „du bist“ heißt „re sité“, „wir sind“ macht Nafziger in Danaran zu „na sitagal“. Daneben gibt es in seinen Romanen noch die Sprachen „Terran“, die Sprache der Erde, „Celesti“, die Sprache des Himmels und „Infernal“, die Sprache der Hölle. „Da gibt es fast keine Vokale, nur Konsonanten, da wird eigentlich eher geknurrt“, erklärt Nafziger.

Noch keine Millionen verdient

„Natürlich bin ich kein Tolkien, aber es macht Spaß“, sagt René Nafziger. Vielleicht 20 Bücher habe er aus der Reihe verkauft. „Ich habe wenig Werbung gemacht.“ Verlegt werden seine Bücher wie mittlerweile bei vielen Hobbyautoren über „Book on demand“. Gedruckt wird also erst nach dem Kauf. „Aber ich habe das fertige Buch nach zwei Stunden im Netz“, erklärt der Autor. Natürlich könnten einzelne mit Literatur Millionen verdienen. „Ich habe aber bisher nur Geld ausgegeben, keines verdient.“ Dass mittlerweile aber junge Menschen mehr Netflix schauen und insgesamt weniger lesen, sei ihm bewusst. „Wenn Netflix auf mich zukomme, würde ich schon ein Drehbuch schreiben“, sagt Nafziger mit einem Lächeln.

80 000 Worte habe ein Roman im Schnitt. „Das ist schon viel“, sagt er. Aber es sei auch schön, ein solches Projekt zu Ende zu bringen. Und ein neues anzufangen. Diesmal gehe es um einen Engel, der auf die Welt komme, verrät Nafziger. „Diesmal wird es aber kein Siebenbänder.“

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare