Robin Kucher: Einer der fürs Geschichten erzählen brennt

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Robin Kucher, Regieassistent am Theater der Stadt Aalen.
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Der 21-jährige Schwäbisch Gmünder ist Regieassistent am Theater der Stadt Aalen. Wie er seine Theaterleidenschaft pflegt und was ihn antriebt.

Aalen/Schwäbisch Gmünd

Kasperltheater mit der Cousine vor Opa und Oma im Wohnzimmer, ein Studio für Soundcollagen mit Lichtern unter dem Hochbett. Robin Kucher ist einer, bei dem das Theaterfieber sehr früh ausgebrochen ist. „Meine erste Rolle war dann der Schweinehirte im Kindergarten. Da ging es dann endgültig los, da hat sich die Leidenschaft aufgebaut“, sagt der 21-Jährige. „Dann habe ich in der Schule auch viel gespielt, auch Shakespeare.“

Eine Leidenschaft, die dazu führt, dass bei Kucher schon eine beachtliche Liste an Theaterarbeit zusammengekommen ist. Am Franziskus-Gymnasium ist Kucher auch heute noch aktiv, als er das Abitur längst in der Tasche hat. Er leitet dort die Theater-AG. „30 bis 40 Kinder zu bändigen, das ist schon eine Aufgabe, aber es macht auf jeden Fall Spaß. Man muss die Theaterleidenschaft ja schon in jüngeren Jahren fördern“, ist er überzeugt. „Wenn da nichts kommt, versumpft das irgendwann.“

Gründung einer Narrenzunft

Nach dem Abi folgt 2019 ein FSJ Kultur beim Theater der Stadt Aalen. „Das war mein Startschuss für die Kulturlaufbahn“, sagt Kucher. „Da will ich nicht mehr raus. Die Kultur, das ist mein Weg“, ist der 21-Jährige überzeugt. Als freier Mitarbeiter arbeite er dann auch bei „Alle außer das Einhorn mit“, gestaltete das „Making of“ von „Romeo und Julia“ und hatte sein Online-Regie-Debüt während der Pandemie mit „Sag doch was“. Danach sei der Anruf vom Intendanten gekommen und nun sei er noch bis zum Herbst fest am Theater Aalen angestellt. „Es ist toll, an einem professionellen Haus zu arbeiten“, sagt der Regieassistent, der zudem bei einer Mutlanger Theatergruppe Regie führt und mal schnell noch eine Narrenzunft in Wetzgau gegründet hat. „Das ist ja Kultur, ist ein Stück Heimat“, sagt Kucher, der auch schon in die Bütt stieg. Auch bei den Passionsspielen in Gmünd 2023 wird er dabei sein und den Apostel Andreas spielen.

Die Arbeit vor und hinter der Bühne - Kucher mag beides. „Ich habe schon einen Drang zum Geschichten erzählen“, sagt er. „Als Übermittler, aber auch in der Regiearbeit. Er sei eben das „Kulturschaf“ in der Familie“, sagt der 21-Jährige. Alle anderen - Finanzen, Versicherung. Die Entbehrungen, auch die finanziellen, die das Theaterleben bereit hält, sind ihm bewusst. „Man arbeitet, wenn andere Freizeit haben“, sagt er. „Da muss man brennen.“ Wenn man aber glücklich sei, sei das in Ordnung.

Am kommenden Sonntag hat Kucher als Regisseur mit dem Spielclub 3 seine erste analoge Premiere mit „Die besseren Wälder.“ Die Nervosität sei auf jeden Fall da, sagt er. „Aber am Sonntag stehen wir dann sicher alle freudestrahlend auf der Bühne. Alle freuen sich riesig.“

„Die besseren Wälder“ mit dem Spielclub 3

Das Stück feiert am Sonntag, 22. Mai, 19 Uhr, Premiere im KubAA Aalen.

Es spielen: acht Kinder im Alter von 14 - 17 Jahren, die 20 Rollen besetzen.

Das Stück: eine Tierfabel von Martin Baltscheit, in dem ein „Wolfswaise“ in eine Herde Schafe integriert wird. „Der Wolf im Schafspelz“, so Regisseur Robin Kucher. Doch die verruchte Welt locke ihn, das Wölfische suche sich seinen Weg. Es gehe aber nicht um Tiere, sondern tierische Charaktereigenschaften. Zentrales Thema: zu welcher Gruppe gehöre ich, welchen Weg soll ich gehen“, so Kucher. „Ein heiteres, witziges Stück, das auch seine ruhigen Momente hat.“ Inklusive Musik, Tanz und Kampfszenen.

Die Bühne: Birkenstämme, schwarzer Schnee. Ausstattung. Ariane Scherpf.

Robin Kucher, Regieassistent am Theater der Stadt Aalen, in de Kulisse von „Die besseren Wälder“.

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