„Sanfte Riesen“ in der Galerie Cyprian Brenner

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Helge Hommes und Saxana Schötschel (l.) vor ihren Bildern im Gespräch mit Besuchern der Galerie Brenner in Niederalfingen.
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Was das Künstlerpaar Helge Hommes und Saxana Schötschel in den Wäldern entdeckt.

Hüttlingen. „Wir malen den Baum, stellvertretend für alles Sein in der Welt, in Augenhöhe, als DU, als Gegenüber.“ Das sagen Helge Hommes und Saxana Schötschel, die gemeinsam als Künstlerpaar „Helge und Saxana“ in die Wälder gehen, um dort vielleicht die letzten Zeugen einer Welt zu sein, die möglicherweise irgendwann nicht mehr existent ist. „Sanfte Riesen“ heißt die Ausstellung, die am Sonntag in der Galerie Cyprian Brenner eröffnet wurde und wo Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit hatten, sich mit beiden zu unterhalten und ihre Philosophie näher kennenzulernen.

Helge und Saxana sind längst keine Unbekannten mehr. Als Aktivisten setzen sie sich für die Erhaltung der Natur ein und möchten mit ihren Bildern deutlich machen, dass diese Bäume, diese sanften Riesen, schützens- und erhaltenswert sind, auch wenn vielleicht nur noch ein Stumpf oder ein vom Sturm gebrochener Stamm übrig ist. Das Künstlerpaar hat eine einzigartige Rolle in der Protestbewegung eingenommen. Diskussionen mit Menschen über die Erhaltung der Waldgebiete ist ihm wichtig.

Außer einem Bild, das im Atelier entstanden ist, haben alle Werke eine Besonderheit – sie wurden inmitten des Waldes gemalt, direkt am Objekt, bei Wind und Wetter, bei Sonne, Schnee, Frost und Wind. Da kann es auch mal passieren, dass die Schneeflocken, die sich auf die Leinwand legen, mit dem Pinsel aufgenommen und in der Farbe ihre neue Bestimmung finden.

Auf die Frage, welche Kriterien entscheidend sind, als Baum gemalt zu werden, sagt Saxana, dass das wie im Leben sei. „Es ist wie verlieben, was einen zieht, jeder Baum ist wertvoll.“ Während Saxana die Bäume als Wesen sieht, interessiert Helge die Architektur, die Anordnung selbst kleinster Zweige. Gemeinsam aber gehen sie mit Demut durch den Wald, sind ehrfurchtsvoll, um dem „Wesen“ möglichst gerecht zu werden, ehe sie auf Leinwand gebannt werden.

Teilweise dauert die Vorbereitung für ein Bild schon einen halben Tag, ehe man mit der Arbeit beginnen kann, sagt Helge Hommels. Einige Bilder schaffen sie an einem Tag, andere dauern mehrere.

„Nicht aufgeben, die Gegebenheiten so annehmen und das Beste daraus machen, egal wie die Umstände sind“, lautet ihre Devise. Und die Gegebenheiten sind nicht immer einfach, erzählt Saxana Schötschel. Nicht nur einmal sind bei Baumfällarbeiten links und rechts ihres Naturateliers die Bäume umgelegt worden, obwohl ihre Anwesenheit bekannt war. „Bei unserer Arbeit verschwinden wir im eigenen Bild, wie ein Chamäleon, lacht die Künstlerin.

Galerist Cyprian Brenner hat Helge Hommels schon vor Jahren auf einer Messe in Karlsruhe kennengelernt. Damals hat er einen genialen Landschaftsmaler gesucht – und in Hommels gefunden, erzählt Brenner. Deshalb freue er sich, diese wichtige Ausstellung in Niederalfingen zeigen zu können.

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