Schere zwischen Arm und Reich: Auch darum geht's bei "Pünktchen trifft Anton"

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Großstadtabenteuer: "Pünktchen trifft Anton" feiert am Sonntag Familienpremiere im Kulturbahnhof.
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Der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Aalen Winfried Tobias bringt den Klassiker auf die Bühne des Kulturbahnhofes. Was die Zuschauer erwartet.

Aalen

Auf die ein oder andere Weise sind die beiden fast schon jedem begegnet. "Pünktchen und Anton". Als Kinderbuchklassiker von Erich Kästner. Als Verfilmung von Charlotte Link. Als Theaterstück "Pünktchen trifft Anton" von Volker Ludwig. Uraufgeführt 2011 am Berliner Grips-Theater. Letzter Version folgt auch der  Leiter des Aalener Kinder- und Jugendtheaters Winfried Tobias, der dort selbst schon arbeitete, mit dem diesjährigen Familien-Weihnachtsstück. Am kommenden Sonntag, 20. November, 15 Uhr,  feiert das Stück nach der Schulpremiere nun auch öffentliche Premiere im großen Theatersaal im Kulturbahnhof. 

Mit großem Aufgebot, wie Regisseur Winfried Tobias sich freut. "Das Weihnachtsstück ist für uns immer die Produktion, bei der wir alles aufbieten dürfen, was das Haus zu bieten hat", sagt der Theatermacher. Die Pläne dafür habe man schon lange dafür in der Schublade gehabt. Eigentlich habe das Stück schon eines derjenigen sein sollen, das man zur Eröffnung des Kulturbahnhofes in der Spielzeit 20/21 habe spielen wollen. "Große Bilder und Hoffnungen, das war die Idee. Da wollten wir ein Großstadtabenteuer dazu zeigen", erklärt Tobias. Nun werde das Ensemble ein aktualisierte Version spielen. 

Geld, aber sonst nur wenig

Abenteuer, Krimi, Sozialdrama, Freundschaftsgeschichte - für Tobias ist "Pünktchen trifft Anton" all das. Und hochaktuell. "Es geht um die Gesellschaft und das Zusammenleben. Themen wir Kinderarmut, die Schere zwischen Arm und Reich, die Folgen der Inflation, das alles bekommt immer mehr Wichtigkeit", so derLeiter des Kinder- und Jugendtheaters. Aber in der Person von Pünktchen gehe es eben auch um Wohlstandsverarmung. Sie bekomme außer dem Leben in einem großen Haus und Geld nur wenig mit. Und so ziehe es auch sie auf die Straße, wo sie Anton begegnet. Sohn einer alleinerziehenden Mutter, einer geflüchteten Frau. Viel Lebenswirklichkeit für ein Weihnachtsstück. Für Winfried Tobias durchaus legitim. "Es ist die Lebenswirklichkeit auch unseres Publikums", sagt er. Es gehe in dem Stück auch um die Weihnachtsfrage, also darum, welchen Platz Kinder in unserer Welt haben. Die Vereinzelung von Kindern und Jugendlichen spiele seit der Pandemie eine größere Rolle. Vielleicht auch deshalb findet das Stück  bei den Schulen große Aufmerksamkeit. Gebucht sind 19 Schulvorstellungen vor jeweils 160 bis 180 Kindern, sodass das Theater Aalen damit insgesamt zwischen 3000 und 3500 Kinder erreichen wird.

Kein Musical, aber viel Musik

Insgesamt 15 Rollen spielen die sechs Schauspielerinnen und Schauspieler. Als Gast sind diesmal Anna Caterina Fadda als Pünktchen und Maximilian Wex als Anton dabei. Ebenfalls auf der Bühne sind Philipp Dürschmied, Anne Klöcker, Lennart Naether und Julia Sylvester zu sehen. Als Musiker übernehmen auch Axel Nagel und Christian Steiner aktive Rollen. "Es ist kein Musical. Aber man könnte es eine musiklastige Produktion nennen."  Acht Songs sind in dem rund 90 Minuten dauernden Stück inklusive einer Pause zu hören. "Die können ja alles, was man ihnen sagt", so Tobias begeisert. Und die Schauspielerinnen und Schauspieler seien alle sangesbegabt. "Die Schauspieler nutzen den ganzen Raum, es ist eine Rundumbühne", erklärt der Regisseur deren Umfeld. Ein "Rundumerlebnis", das geeignet sei für Menschen ab dem Grundschulalter. "Es ist ernst,  es muss auch gelacht werden. Und es darf auch gut ausgehen", fasst Winfried Tobias zusammen.

Premiere ist am Sonntag, 20. November, 15 Uhr im Kulturbahnhof. Weitere Termine: Sonntag, 27. November, Sonntag, 4. Dezember, Sonntag, 11. Dezember, Sonntag, 18. Dezember und Mittwoch, 28. Dezember (zum letzten Mal) jeweils 15 Uhr. Schulvorstellungen sind gesondert terminiert.

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