Sie sorgen bis in die Morgenstunden dafür, dass das Jazzfest läuft

+
Jazzfest Aalen
  • schließen

Es ist das 30. Festival seiner Art. Zeit, mal hinter die Kulissen zu blicken. Eine Macherin und vier Macher, die erzählen, was sie in der Zeit vom 4. bis zum 7. November hinter den Kulissen machen und was ihnen daran gefällt.

Tilmann Schmidt (45):

Tilmann Schmidt

Drei Worte, die dir spontan zum Jazzfest einfallen: Musik. Lange Nächte.

Was ist Deine Aufgabe beim Jazzfest: Ich habe vor 20 Jahren beim Jazzfest Praktikum gemacht, war dort ein halbes Jahr. Seitdem bin ich immer mal wieder dabei. Zuletzt war es vor drei Jahren, ich glaube, da war ich am Einlass und habe auch CDs verkauft. Man bekommmt Aufgaben zugeteilt. Beim Fahrdienst war ich schon öfters, man muss nicht nur die Künstlerinnen und Künstler, sondern schon acuh mal deren Krempel fahren. Es ist voll egal, was man macht, Hauptsache, man ist dabei. Es ist einfach nett, die Leute zu sehen und die Musik zu hören. Das ist es ja auch, was den Verein Kunterbunt mit ausmacht. Es sind größtenteils Ehrenamtliche und keine festangestellten Menschen, die das stemmen. Das ist der Spirit. Woanders ist alles oft sehr durchgetaktet. Die Künstlerinnen und Künstler merken in Aalen: das ist keine Standardware. Ohne Jazzfest wäre ich nicht da wo ich jetzt bin.

Was war Dein bisher eindrücklichste Erlebnis? Es gibt viele, ich möchte keines herausstellen.

Und was nervt am meisten in der Zeit: Gar nichts.

Was macht den meisten Spass? Die Leute und die Musik gleichermaßen.

Wann kommst Du frühestens ins Bett? Ich hatte als Fahrer auch schon Transfer zum Flughafen um 5, da geht man dann zur eignenenSIcherheit und zu der der Künstler fürher ins Bett. aber man hat auch schon den Morgen begrüßt.

Was ist für Dich in diesem Jahr das Highlight? Auf das Frank Chastenier Trio freue ich mich diesmal am meisten.

Daniel Schaeffner ( 35):

Daniel Schaeffner

Drei Worte, die dir spontan zum Jazzfest einfallen ... Anstrengend. Aufregend. Spass.

Was ist Deine Aufgabe beim Jazzfest? Meine Aufgabe ist im Prinzip zusammen mit Alexander Kessler die Produktionsleitung. Dazu gehört beispielsweise die Garderoben vorzubereiten, zu schauen, ob die Helferinnen und Helfer da sind, die Security einzuweisen, die Vorabkasse einzurichten. Alles mögliche eben. In diesem Jahr teilen wir uns diese Aufgabe, weil ja alle Künstlerinnen und Künstler in der Stadthalle auftreten.

Was war Dein bisher eindrücklichstes Erlebnis? Jedes Festival hat seinen Höhepunkt, es gibt nicht das eine Top-Erlebnis. Das letzte Jazzfest war ja nur online, was natürlich schade war. Beim lezten Live-Jazzfest war ich im Ostertag, da haben die Nacht fast durchgemacht, was natürlich spannend ist. Da trifft man dann auf diejenigen, die ganz morgens wieder unterwegs und richtig wach sind, während man das ja selbst nicht so ist.

Und was nervt am meisten in der Zeit? So richtig nerven tut nichts. Aber wenn Künstlerinnen und Künstler nicht das sind, dann ist das eben schon etwas stressig. Insofern nervt das nur im Moment, aber das gehört eben auch dazu.

Was macht den meisten Spaß? Wenn viele Musikerinnen und Musiker kommen, die ihren Spass haben und man damit merkt, dass man ihnen eine gute Plattform geschaffen hat. Und es ist schön, wenn manche Menschen im Nachgang feststellen, dass hier auch große Stars, die sonst auf Weltbühnen unterwegs sind, in Aalen spielen.

Wann kommst Du frühestens ins Bett? Wenn das Konzert aufhört und man noch was getrunken hat und wenn man die Künstler ins Hotel gefahren hat. Ich glaube zwei Uhr ist eine ganz gute Hausnummer.

Was ist für Dich in diesem Jahr das Highlight?Meute am Samstagabend, das finde ich spannend, weil es was mal wieder etwas ganz anderes ist. Und generell, dass es endlich mal wieder ein Live-Jazzfest ist.

Alexander Kessler, 33:

Alexander Kessler

Drei Worte, die Dir spontan zum Jazzfest einfallen? Jahreshöhepunkt. Vielfalt. Menschen.

Was ist denn Deine Aufgabe beim Jazzfest? Es gibt ja keine richtigen Berufstitel für das, was ich mache. Eigentlich habe ich Hotelmanagement studiert. Im Grunde mache ich mit Ingo die gesamte Abwicklung im Vorfeld. Das geht über die Hotelbuchungen im Vorfeld über Gespräche mit der Stadt wegen Hallenbuchung, technische Absprachen mit der Tontechnikerfirma, Kommunikation mit Presse, Künstlerinnen und Künstle und ich richte den Ticketvorverkauf ein. Mitunter betreue ich auch die Social-Media-Kanäle. Und beim Jazzfest betreue ich dann eine eigene Location quasi als Produktionsleiter, mit allem was dazu gehört.

Was war Dein eindrücklichstes Erlebnis? Bei meinem ersten Jazzfest war ich neun Jahre alt. Da spielte ich Foreplay, da hat es angefangen. Beim elften Jazzfest war ich dann als Helfer dabei. An was ich mich gut erinnere, das war Charlie Haden im Magazine.

Und was nervt am meisten in der Zeit? Wenn manchmal Absprachen nicht eingehalten werden. Das betrifft meist den Tourmanager, aber das ist aber auch dem Job geschuldet.

Was macht den meisten Spaß? Wenn am jeweiligen Tag die letzte Band auf der Bühne ist und der Tag im Grunde genommen gelaufen ist und man dann auch mal die Zeit hat, selbst zuzuhören.

Wann kommst Du frühestens ins Bett?An guten Tagen schafft man es schon mal um Zwei. Ich habe auch schon um fünf Uhr morgens mit abgeschlossen. Oder gar nicht.

Was ist im Programm in diesem Jahr dein Highlight? In diesem Jahr Cimafunk, aber ich freue mich auch auf Joey Alexander, den finde ich mit am spannendsten. Man bekommt schon ein, zwei Songs mit - dann ist wieder etwas anderes.

Ingo Hug, 57:

Ingo Hug

Drei Worte, die Dir spontan zum Jazzfest einfallen? Es ist frei!

Was ist Deine Aufgabe beim Jazzfest? Im Zweifel alles. Ich bin derjenige, der dafür zu sorgen hat, dass es allen gut geht: den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dem Publikum, den Musikerinnen und Musikern. Zudem muss ich dafür sorgen, dass die Konzerte so gut wie möglich werden, die Mitarbeiter so motiviert wie möglich und mit dem größtmöglichen Spaß an die Sache rangehen. Das gilt auch für die Musiker. Im Vorfeld kümmere ich mich um die Kommunikation mit den Sponsoren, der Verwaltung, Mitarbeitern und Medienleuten. Und als künstlerischer Leiter bin ich der, der das Programm federführend zusammenstellt.

Was war Dein bisher eindrücklichstes Erlebnis? Es sind so viele, da möchte ich keines extrahieren.


Und was nervt am meisten in der Zeit? Ich sehe nichts, was nerven würde.


Was macht den meisten Spaß? Es ist die Summe aus allem. Ich mag Menschen, und bei der Sache geht es um Menschen, die was tun: Die ein Instrument spielen, die zusammen was erleben. Es ist auch schön, dass in den letzten Jahren immer mehr junge Menschen dazu gekommen sind, die sich mit einbringen.


Wann kommst Du frühestens ins Bett? Wenn ich gehe. Ich hab schon gerne drei, vier Stunden Schlaf. Morgens stehe ich immer zwischen 8 und 9 parat, da ergibt sich dann ohnehin ein Endpunkt.


Was ist für Dich in diesem Jahr das Highlight? Ich finde, unser Programm ist wieder umfangreich, jung, frisch, groovy und ausgewogen. Und vielleicht ist Meute super - und Cimafunk spielen ihre erste Show in Süddeutschland. Das wird richtig gut.

Cerstin Hafner

Drei Worte, die Dir spontan zum Jazzfest einfallen? Aalen. Endlich. Musikfestival.


Was ist Deine Aufgabe beim Jazzfest? Ich sorge dafür, dass alle Musiker ihre Sonderwünsche und das Management ihre Vorgaben erfüllt bekommen, so viele Punkte wie möglich hier zu realisieren. Es im Bereich hinter der Bühne so angenehm wie möglich zu machen. Alle Künstlerinnen und Künstler erinnern sich immer gerne an Aalen, weil wir das hier sehr liebevoll gestalten. Nicht nur für die Künstler, sondern auch für die Helfer und alle Beteiligten. Es gibt immer was zu essen, ganz viele ehrenamtliche Mädels schmieren Brötchen und backen Kuchen, wir sorgen Backstage für Hygienepakete und alles, was man braucht. Besonders beliebt sind auch deutsche Schokolade und Haribos.


Was war Dein bisher eindrücklichstes Erlebnis? Hiram Bullock im Hobel. Da hatte ich in der Helferstraße extra einen Raum angemietet, damit er bei Jazz in Town auch einen Backstage-Bereich hat. Er wollte aber lieber in das improvisierte Zelt und dort welche von den Nürnberger Würstchen essen. Der war so gerne mit Wolfman an der Seite in dieser Mini-Kaschemme. Leider sind beide ja schon gestorben.


Und was nervt am meisten in der Zeit? Am meisten nervt mich, dass viele von auswärts kommen, aber der Aalener an sich nicht da ist. Da steht immer alles von Autos mit auswärtigen Nummern rum, die Hotels sind voll. Und dass ich manchmal erklären muss, dass Jazz alles das ist, was nach der Klassik kommt - eben sehr vielseitig.


Was macht den meisten Spaß? Das Miteinander mit den Helferinnen und Helfer, dieses so nah dran sein dürfen an allem.


Wann kommst Du frühestens ins Bett? So um 2, aber ich nehme ja auch jedes Jahr Urlaub für das Jazzfest.


Was ist für Dich in diesem Jahr das Highlight? Dieses Jahr freue ich mich am meisten auf Meute.

  • Tickets und Hygienekonzept
  • Für die Veranstaltungen gibt es Karten im Vorverkauf bei Eventim, unter www.aalener-Jazzfest.de und bei Hugs Weinkontor. Der Festival-Pass kostet 189 Euro, ein Einzelticket 49 Euro, für 16 bis 29-Jährige 25 Euro.
  • Hygienekonzept: Schwangere, die noch nicht geimpft sind, erhalten auch bei der 2G-Regelung Zugang mit einem negativen Antigen Schnelltest. Kinder, die noch nicht geimpft werden können, erhalten Zugang zu Stadthalle mit diesem Schülerausweis, in dem auch die wöchentlichen Tests nachgewiesen sind. Ansonsten gibt es für alle Konzerte noch Tickets.
  • Für junge Menschen bis einschließlich 29 Jahren gibt es das vergünstigte Tagestickets zu 25 Euro.
  • Das Programm gibt es unter www.aalener-jazzfest.de

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

WEITERE ARTIKEL

Kommentare