Spanische Soiree an einem lauen Sommerabend

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Tief versunken ins Spiel: Maximilian Mangold.
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Gitarren-Virtuose Maximilian Mangold mit romantischen Arrangements im Garten des Palais Adelmann.

Ellwangen. Mit einer „Soirée Español“ beglückte Maximilian Mangold, einer der derzeit wohl gefragtesten deutschen Gitarren-Virtuosen, seine 40 Zuhörer sozusagen in kleiner Runde im Zuge der Konzertreihe „jumping fingers“ des städtischen Kulturamts im Garten des Palais Adelmann. Zum lauen Sommerabend unter blauem Himmel mit weißen Wolkentupfern passten die spanisch-romantischen Arrangements perfekt. Die ließ Mangold mit höchster Präzision scheinbar mühelos und sanft-leicht erklingen.

Ein Klavierstuhl auf der Bühne, dahinter eine kleine Verstärkerbox, ansonsten nur die Akustik-Gitarre, auf dem linken Oberschenkel aufgestützt: Ohne technisches Begleitwerk ließ Maximilian Mangold das Instrument für sich sprechen. Der Künstler, in schwarzem Anzug und schwarzem Hemd optisch ebenfalls minimalistisch auftretend, brauchte auch nicht viel erklärende Worte: „Spanisch-romantisch, mit Folklore und etwas Flamenco“ soll das Programm sein, umriss Mangold.

Francisco Tárregas (1852 – 1909) „Capricho Árabe“, die „Marieta“, der „Danza Mora“ und die „Recuerdos de la Alhambra“, Erinnerungen an die Alhambra, einer Tremolo-Etüde, bildeten den Auftakt, dem die „eher freie Fantasie“ von Joaquin Turinas (1882 – 1949) „Sevillana“ folgte.

Miguel Llobet (1882 – 1938) habe sich von den großen französischen Impressionisten Claude Debussy und Maurice Ravel inspirieren lassen. LLobets „Canciones Catalanas“, eine Sammlung traditioneller, katalanischer Volkslieder, bildeten das Herzstück des Programms. Als „herausragend“ adelte Mangold dessen Arrangements, die „auf filigrane Weise für Gitarre gesetzt und ausharmoniert“ seien. Einfühlsam, wehmütig, ruhig und überlegend, aber auch fröhlich und mitreißend klingen die einfachen Weisen, die Mangold kunstvoll zu Gehör bringt.

Mit dem „modernsten Komponisten des Abends“, Joaquin Rodrigo (1901 – 1999), ging es weiter. Dessen „Invocacion y Danza“ - „Vorimpfung und Tanz“ wie Mangold übersetzte - sei wie der Untertitel verrät eine „Hommage á Manuel de Falla“, einen geschätzten Förderer des Komponisten. Trotz beginnender Blindheit im frühen Kindesalter habe es Rodrigo geschafft, mit seiner Musik Karriere zu machen. Dissonanzen klingen an und bauen Spannungen auf, die sich später aber alle auflösen. Viele Augen im Publikum schließen sich, um ganz in den Klang einzutauchen, und auch Mangold ist mit geschlossenen Augen tief versunken ins Spiel, das so kontemplativ wirkt.

Mit Turinas „Sonata, op. 61“ setzt Mangold einen ersten Schlusspunkt nach 70 stimmungsvollen Minuten, dem nach viel Applaus noch „das Lied der Spinnerin“ („Canción de la Hilandera“) des paraguayischen Komponisten Augustín Barrios als Zugabe folgt.

Benjamin Leidenberger

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