Spaziergang in Optik und Gedanken

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Ulrich Brauchle (Mitte) im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Winfried Mack (l.) und dem Bildhauer Rudolf Kurz.
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Das städtische Kulturamt zeigt anlässlich des 50. Geburtstags von Ulrich Brauchle neue Werke. Farblandschaften dominieren „Im Freien“.

Ellwangen

Das Interesse an der Linie, deren Kombination mit Farbflächen, die Kontraste und vor allem die Stimmung und das Gefühl, das mitschwingt: Darum geht es dem Ellwanger Künstler Ulrich Brauchle.

„Dem Brauchle geht es nicht mehr ums Motiv“, sagte der Künstler über sich selbst bei der Eröffnung seiner jüngsten Ausstellung. Im Palais Adelmann zeigt das städtische Kulturamt neue Werke aus Brauchles Schaffen unter dem Titel „Im Freien“. Der Anlass: Brauchles 50. Geburtstags im Mai. Ellwangens Bürgermeister Volker Grab hatte eingangs die Besucher zur ersten Ausstellung des Kulturamts in diesem Jahr begrüßt und zeigte sich erfreut, dass nun „Vieles, das uns gefehlt hat“, nach den Corona-Lockdowns wieder möglich sei. „Kunst, Kultur und Kommunikation“: Genau dafür stünden Brauchles Bilder, die „von der Farbe leben. Bilder, die viel Gefühl und Emotion geben, die leuchten.“

Wie im Katalog zur Ausstellung stellte Ulrich Brauchle bei seinen Ausführungen ein Zitat des französischen Schriftstellers Marcel Proust voran: „Eine Stunde ist nicht nur eine Stunde; sie ist ein mit Düften, mit Tönen, mit Plänen und Klimaten angefülltes Gefäß. Was wir die Wirklichkeit nennen, ist eine bestimmte Beziehung zwischen Empfindungen und Erinnerungen.“

Diese Erfahrung der Zeit wende er auf die Kunst an, wenn er aus dem kreativen Strom „schöpfe“. Und für diese Wahrnehmung sei das „reale Erleben von Kunst in Präsenz so wichtig“. Während er sich in der Corona-Zeit von April bis November 2020 bewusst und intensiv der Produktion gewidmet habe, sei es nun an der Zeit, die Ergebnisse zu betrachten und auszuwerten, sagt der Künstler.

Bilderzyklus mit Landschaften

Im Zentrum von „Im Freien“ steht ein Bilderzyklus mit Landschaften, die in unmittelbarer Umgebung von Brauchles Atelier auf den Hängen unterhalb des Ellwanger Schlosses entstanden sind.

„Bedrohlich und wohltuend“ zugleich habe er die zunehmende Stille der Pandemie-Folgen empfunden und sein Schaffen aus dieser Zeit werde so auch zum Statement: Jedes Bild sei „Widerspruch gegen die alltägliche Negativberichterstattung, die durch die Medien auf uns hereinbricht“.

Die Bilder seien „philosophische Stellungnahmen“, leisteten ihren Beitrag, die „Welt ein bisschen schöner zu machen“. Die kreative Kraft und die zunehmende Abstraktion spielen im Prozess mit. Diese Entwicklung der Bilder lade so „zum Spaziergang gedanklicher und optischer Art“ ein.

Info: Die Ausstellung im Palais Adelmann ist Mittwoch, Samstag und Sonntag, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr, geöffnet. Zu „Im Freien“ ist ein Katalog entstanden, der in der Ausstellung und in der Buchhandlung Rupprecht zu 15 Euro zu erwerben ist.

Dem Brauchle geht es nicht mehr ums Motiv.“

Ulrich Brauchle, Künstler
Ulrich Brauchle stellt im Palais Adelmann in Ellwangen aus.

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