Stenzl-Brüder setzen Glanzpunkte

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Das Klavierduo Stenzl sorgt auf dem Schönblick für musikalische Glanzpunkte.
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Auf dem Schönblick spielt das Schwäbisch Gmünder Pianisten-Duo Werke von Erik Satie, Franz Schubert und Moritz Maszkowski. Warum sich das Publikum am Ende nur schwer wieder trennt.

Schwäbisch Gmünd

Mit„Was wäre ein Konzert ohne Besucher?“, begrüßte Martin Scheuermann das Auditorium zum vierten der acht Konzerte der Klassik-Reihe im Forum des Schönblicks. Auf dem Programm das Gmünder Klavierduo Stenzl mit Werken der Komponisten Erik Satie, Franz Schubert und Moritz Maszkowski.

Es war ein Konzert der Meisterklasse, denn mit Hans-Peter und Volker Stenzl interpretierten zwei Künstler von Weltrang auf hohem Niveau eine spannende Mischung unterschiedlicher Kompositionen. Es war nicht nur ein Ton-Erlebnis, die Interpreten führten in Leben und Werk der Komponisten ein.

Erik Satie, so Hans-Peter Stenzl, stehe heute nicht mehr so oft auf dem Programm. Der Komponist des frühen 20. Jahrhunderts beeinflusste die Neue Musik, Jazz und Populäre Musik. „Er war eine schillernde Figur in Paris,“ so Stenzl, exzentrisch, mit Picasso und Debussy befreundet. Er habe den Stil „lunaire“ erfunden, was heißt, „Marschmusik im weichen Licht“. Mit„La belle excentrique“ holten die beiden Pianisten virtuos jene Zeit ins Forum mit der Leichtigkeit des französischen„Mondmarsches“, dem „Walzer des geheimnisvollen Kusses im Auge“und einem Cancan.

Spannender Gegensatz dazu Franz Schuberts „Fantasie f-Moll“, die kurz vordem Tod des Komponisten entstand. Hans-Peter Stenzl erläuterte nicht nur in Worten, dass Inspirationen von Mozart in diesem Werk zu finden sind - sie wurden von Volker Stenzel am Flügel demonstriert. Das führte die Zuhörerschaft zu einem tieferen Verständnis dieser eindrucksvollen Schilderung eines Lebensweges.

Nach der Pause übernahm Volker Stenzl die Erläuterungen zum Komponisten Moritz Moszkowski. Mit „Aus aller Herren Ländern“ entführten die beiden Pianisten das Auditorium auf eine Reise durch Russland, Deutschland, Spanien, Polen, Italien und Ungarn.

Die Virtuosität der beiden zeigte sich immer wieder in der meisterlichen Interpretation. Zu Recht gelten die Stenzls als Inbegriff musikalischer Intelligenz. Die Harmonie, die offensichtliche Freude am gemeinsamen Spiel machten dieses Klavierkonzert zu etwas Besonderem in dieser an Live-Erlebnissen kargen Zeit. Der Schönblick hatte zu diesem Konzert einen Bösendorfer Flügel auf die Bühne gestellt. Von dem sich alle im Saal überzeugen konnten, dass er seinem Ruf gerecht wurde, wie ein Diamant zu klingen.

Der langanhaltende Applaus wurde mit zwei Zugaben belohnt. Zunächst innig der Chor „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantata Nr. 142 von Johann Sebastian Bach. Die Freude über die Interpretation dieses Werkes holte die beiden Pianisten noch ein weiteres Mal an den Flügel. Mit der „Sonatina“ von György Ligeti, einem Komponisten des 20. Jahrhunderts, setzten sie einen eindrucksvollen Schlusspunkt.

Das Konzert war zu Ende, doch die vielen dicht besetzten Reihen im Forum leerten sich nur langsam. Das Nachklingen lassen und Gespräche hielten die Konzertbesucher und -besucherinnen auf den Plätzen. Auch das Foyer, wo die beiden Stenzl-Brüder ihre CDs signierten, wurde nur langsam verlassen. Dieser vierte Konzertabend, die Mitte der Konzertreihe, hat einen klangvollen Glanzpunkt gesetzt.

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