Tanz, Bewegung und die Suche nach der Balance

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Der Vorsitzende der Stiftung Schloss Fachsenfeld, Aalens OB Frederick Brütting (r.), mit Kurator Herman Schludi (l.). Foto: hag
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Eröffnung der Ausstellung „In der Schwebe“ mit Werken von Eckhard Dietz auf Schloss Fachsenfeld.

Aalen-Fachsenfeld. Am Abend, als auf Schloss Balmoral in Schottland der Tod von Queen Elizabeth II. bekannt gegeben worden ist, hat man auf Schloss Fachsenfeld eine Ausstellung in memoriam Eckart Dietz eröffnet - „In der Schwebe“. Neben dem zeitlichen Bezug beschreibt der Titel die hohe Kunst der Bildhauerei des verstorbenen Künstlers, zum andern dürfte er über dem Weiterbestehen der britischen Monarchie stehen. Eine zeitliche Parallele, „die nur für einen Augenblick sichtbar ist.“ Kurator Hermann Schludi hat in seiner analytisch profunden Einführung den amerikanischen Schriftsteller und Salsa-Tänzer Erol Ozan zitiert, dessen Aphorismus „den künstlerischen Arbeiten von Dietz wie auf den Leib maßgeschneidert scheint.“ Dessen erster Teil lautet „Tanzen ist wie eine Skulptur zu erschaffen.“

Tanz und Bewegung im Kontext der menschlichen Figur haben das Schaffen des begnadeten Bildhauers bestimmt. Im Unterschied zu seinen schwungvollen Zeichnungen, scheinen seine Skulpturen in ihrer gewichtigen Guss-Materialität für die Ewigkeit bestimmt. Dieser Gegensatz zwischen schwereloser Grafik und massivem Metall trägt philosophische Züge. Programmatisch zu studieren in der kleinen Aluminium-Arbeit „Sartre’sches Überfliegen mit Schlagschatten“ von 1993. Die sich auf ihren Armen abstützende Figur befindet sich in der Schwebe.

Dietz will, wie Schludi den 2019 gestorbenen Künstler zitiert, „die Natur studieren, um dann von der Natur wegzugehen.“ Er abstrahiere hin zum reinen Interesse an den Möglichkeiten der Form, mit denen er, so Schludi, „den Inhalten menschlicher Bewegung und Gestik nachspürt und künstlerischen Ausdruck verleiht.“ Der Tanz hat den hochgewachsenen Mann mit der Baskenmütze gefesselt. Nicht wegen des Gefühls, das ihn in Bewegung bringt, sondern wegen seiner Stadien. Wie er sie in seinen Zeichnungen festgehalten hat. Sie bilden zusammen mit den Plastiken eine spannungsvolle Einheit.

Zu Beginn hatte sich der Vorsitzende der Stiftung, Aalens OB Frederick Brütting, über die vielen „Dietz-Fans“ unter den Gästen gefreut. Die Ausstellung passe zum Thema Tanz, das bis 2024 einen Schwerpunkt im kulturellen Leben der Stadt bilde. Landrat Dr. Joachim Bläse würdigte Dietz als einen Mann, der als feste Größe der städtischen Gemeinschaft weit über die Region hinaus gewirkt habe.

Dank für die rühmenden Worte und die Unterstützung sagte zum Schluss die Kunsthistorikerin und Dietz-Lebensgefährtin Valeria Waibel. Sie galten auch dem Gmünder Pianisten Michael Nuber, der mit zwei klangmächtigen Stücken von Debussy Dietz‘ Schaffen in Musik übersetzt hat. ⋌Wolfgang Nußbaumer

Die Ausstellung “ ist bis 27. November zu sehen; www.schloss-fachsenfeld.de

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