Theater schafft berührende und fantasievolle Bilder

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Das Stück "RIP Refrain", eine Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Ludwigsburg, feierte im Kulturbahnhof Aalen Premiere.
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„RIP Refrain“ feiert im KubAA Premiere. Das Kooperationsprojekt mit Ludwigsburg steht heute, Sonntagabend, 19 Uhr, zum letzten Mal auf dem Spielplan.

Das Stück "RIP Refrain", eine Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Ludwigsburg, feierte im Kulturbahnhof Aalen Premiere.
Das Stück "RIP Refrain", eine Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Ludwigsburg, feierte im Kulturbahnhof Aalen Premiere.
Das Stück "RIP Refrain", eine Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Ludwigsburg, feierte im Kulturbahnhof Aalen Premiere.
Das Stück "RIP Refrain", eine Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Ludwigsburg, feierte im Kulturbahnhof Aalen Premiere.
Das Stück "RIP Refrain", eine Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Ludwigsburg, feierte im Kulturbahnhof Aalen Premiere.

Aalen. Es geht um Leben und Tod. Das Stück „RIP Refrain“ von Labande Dordur, das am Freitag im Kulturbahnhof Premiere feierte, thematisiert den ewigen Kreislauf von Anfang und Ende, Werden und Vergehen.  Da ist zunächst die junge Erzählerin (Anaïs Durand-Mauptit), einziger Fixpunkt auf der der leeren Bühne. Sie spricht über ihren Vater, einen Radiomoderator, der eine Sondersendung über einen merkwürdigen Vorfall in Afrika aufgenommen hat. Hunderte tote Tiere wurden auf einem Elefantenfriedhof entdeckt, ohne Schusswunden. Wilderei ausgeschlossen. Hatten sich die Tiere in einem kollektiven Totentanz vom Leben verabschiedet?

Die Erzählerin schildert sehr eindringlich, wie ihr Vater bald darauf stirbt. Man sieht sie mit einer Tüte Asche, die sie auf seinen letzten Wunsch hin auf dem Ätna verstreuen soll. Doch ein aufdringliches Handyklingeln scheucht sie hoch. Sie muss nach Berlin, bevor die Grenzen geschlossen werden. Die Pandemie lässt grüßen. Sie findet keine richtige Bleibe, leidet unter Enge und Stress. Die einzige Verbindung zur Welt ist ihr Computer. Und sie schläft schlecht.

Findet sich unversehens auf dem Flughafen wieder, auf der Reise zu einer Begegnung mit den Elefanten, die im Kreis stampfend Staub aufwirbeln. Ein Tanz wie eine Orgie, mit hämmernden Beats, und die Protagonistin ist Teil davon, bis sie erschöpft zu Boden sinkt. Asche bedeckt sie. Alles nur ein Traum?

Anaïs Durand-Mauptit und Lucie Dordoigne arbeiten unter dem Künstlernamen „Labande Dordur“ zusammen. „RIP Refrain“ kommt aus ihrer Feder, sie führen Regie und treten als Darstellerinnen auf. Durand-Mauptit überzeugt als ausdrucksstarke präsente Erzählerin. Dordoigne erweckt gekonnt einige sonderbare Wesen zum Leben. Einen singenden Roboter, der in steifen Bewegungen über die Bühne schlurft und einen unheimlichen, gefräßigen Wurm. Oder diesen skurrilen Alten mit dem Laubgebläse, er pustet die Asche weg und holt die Erzählerin ins Leben zurück.

Im Bunde mit Hilke Fomferra (Ausstattung) und Sarah Charlotte Becker (Dramaturgie) entstehen beklemmende Szenen, aber auch fantasievolle und berührende Bilder. Bilder, die viel Raum zur Interpretation lassen. Immer wieder werden Verweise auf Überlieferungen von Menschen eingesprochen, die im Angesicht des Todes das Leben feierten, etwa zu Pestzeiten. Vielleicht um das Ende nicht mehr zu fürchten?

Langer Beifall aus dem Publikum und Rosenblütenblätter – ein schöner Kontrast zu den Ascheflocken auf der Bühne.

⋌Beate Krannich

Das Stück „RIP Refrain“ feierte in Aalen Premiere und wurde insgesamt dreimal gezeigt.

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