Ungewöhnliche Begegnung auf dem Schloss

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Das Guadagnini Trio eröffnet die Schlosskonzerte.
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Das Trio Guadagnini hat am Wochenende die Schlosskonzerte in Ellwangen eröffnet. Von Beate Krannich

Ellwangen. Sommerzeit ist Kammermusikzeit im Ellwanger Schloss. Von Juni bis August sind dort renommierte Ensembles an fünf Abenden im Thronsaal zu Gast. Den Auftakt zur Konzertreihe gab das Trio Guadagnini. 

Gut 50 Zuhörerinnen und Zuhörer haben sich im Thronsaal eingefunden, um bei sommerlichen Temperaturen der Musik zu lauschen. Auch wenn die Anfahrt zum Schloss durch eine Großveranstaltung auf dem Gelände erschwert wurde, was Hans-Ulrich Engel, Spiritus Rector der Reihe, sehr bedauert. Mit den ersten Tönen von Joseph Haydns Klaviertrio in G-Dur ist der Ärger jedoch schnell verflogen.


Das Stück mit dem Beinamen „Zigeunertrio“ bleibt vor allem mit dem letzten Satz Rondo all’Ongarese in Erinnerung. Ein rasantes Presto, das Alina Armonas-Tambrea (Violine), Edvardas Armonas (Violoncello) und Pianistin Nami Ejiri mitreißend interpretieren - mit feurigem Temperament und technisch brillant. 

Das folgende Werk verspricht eine ungewöhnliche Begegnung. Joaquin Turina ist auch für das erfahrene Konzertpublikum kein bekannter Name. Der spanische Komponist und Pianist lebte von 1882 bis 1949. Geboren in Sevilla, studierte er in Madrid und Paris. In seiner Musik verbindet er die Folklore seiner Heimat Spanien mit Einflüssen des französischen Impressionismus. Das Trio h-Moll gefällt mit farbiger Harmonik, spannender Rhythmik und verträumten Melodien, die das Ensemble leidenschaftlich auskostet. Wuchtige Klavierakkorde werden von Violine und Cello reizvoll umspielt. Zartes Pizzicato der Streicher verbindet sich mit luftigen Arpeggien der Pianistin zu luziden Klangbildern. 

Im Opus 87 von Johannes Brahms zeigt das Künstlertrio noch einmal sein Können, auch wenn das Klavier stellenweise zu dominant ist und die Streicher übertönt. Mit einem liebreizenden Andante von Clara Schumann als Zugabe verabschiedet sich das Trio Guadagnini, das seinen Namen dem italienischen Instrumentenbauer von Alina Armonas-Tambreas Geige entlehnt hat. 

Das nächste Schlosskonzert findet am Samstag, 25. Juni, um 19 Uhr statt. Es erklingt Musik für Violine und Klavier.

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