Vaninis "Protesttapete" im Stuttgarter Kunstmuseum

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Die Aalener Künstlerin Angela Vanini hat ihr Thema auf einer "Protesttapete" umgesetzt. Zu sehen ist die Arbeit noch bis Sonntag, 18. Januar, im Kunstmuseum Stuttgart.
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Die Aalener Künstlerin hat sich in einer Arbeit an der Akademie der Bildenden Künste auch mit der Protestbewegung gegen die Corona-Maßnahmen auseinandergesetzt.

Aalen/Stuttgart

Tausende treffen sich landesweit zu Spaziergängen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Das Thema, mit dem sich die Aalener Künstlerin Angela auseinandergesetzt hat, könnte nicht aktueller sein. "Protesttapete" nennt sie ihre 14 Meter lange und vier Meter hohe Arbeit, die aktuell noch bis zum Sonntag, 18. Januar, im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen ist. Entstanden ist sie innerhalb eines Projektes mit dem Titel "Protestbereitschaft - Zeitgenössischer Aktivismus zwischen Haltung und Stil" von Studierenden der Klasse des Konzept- und Aktionskünstlers Christian Jankowski an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Eine Tapete ist es tatsächlich, auf der Angela in Bildergeschichten etwa auch Slogans und Botschaften der Gegner der Corona-Maßnahmen umgesetzt hat. Comic-artige Zeichnungen, die sich auf jeder zweiten Tapetenbahn wiederholen. "Insgesamt sind es 21 Zeichnungen", sagt sie. Die sich an der Wand 14-mal wiederholen. Rund eineinhalb Jahre habe sie an dem Projekt gearbeitet, erzählt die Künstlerin. "Ich habe viel recherchiert, es gab viele Ideen und es wurde viel verworfen", sagt sie. Sie sei viel unterwegs gewesen, auch im Netz, habe sich Kommentare durchgelesen, selbst auch kommentiert und schließlich all das verarbeitet, "was sonst unter den Teppich gekehrt wird", wie die Künstlerin sagt. Es gehe um Protestbewegungen, die es schon sehr lange gebe - und eine Bewegung sei eben auch die der Querdenker. "Politik ist eine harte Sache, deshalb habe ich den Comic gewählt", erklärt sie ihr Stilmittel. Wohl wissend, dass ihre Arbeit provoziert. Aber darum gehe es ja auch.

Insgesamt rund 200 Zeichnungen seien für ihre "Protesttapete" entstanden, so Vanini. Aus diesem erarbeite sie momentan einen Katalog. Die Tapete könne damit variabel bedruckt werden, je nach thematischem Wunsch und auch in unterschiedlichen Breiten. "Liebe, Sex", es sei viel möglich. Ihre Arbeit sei mit Kosten von 3500 Euro wohl die teuerste von den insgesamt 27 Werken in der Ausstellung, sagt Angela Vanini. Vor allem auch, weil man dafür einen professionellen Tapezierer einsetzen musste. Gefördert worden sei sie dabei durch das Kunstmuseum, das ihre Idee unbedingt realisiert sehen wollte.

Info: Die Ausstellung setzt sich künstlerisch mit den Erscheinungsformen und der Ästhetik von Protestbewegungen auseinander. Seit 2020 entwickeln Studierende der Klasse des Künstlers Christian Jankowski an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart gemeinsam mit dem Studiengang Mode der Hochschule Pforzheim hierzu Interventionen, von denen nun einige im Kunstmuseum Stuttgart erstmals präsentiert werden. Die Ausstellung ist Teil des Kooperationsprojekts "Wir sind das Volk. Ästhetik der Protestbewegungen im 20. Jahrhundert". Zu sehen Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr Freitag 10–21 Uhr.

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