Wenn der Wolf die Träume stören will

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Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".
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Der inklusive Spielclub zeigt „Peter, du und ich“ im Kulturbahnhof.

Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".
Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".
Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".
Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".
Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".
Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".
Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".
Der inklusive Spielclub zeigt im Kulturbahnhof auf der großen Bühne "Peter, Du und ich".

Aalen. Am Ende nehmen sie alle die dunkle, unbekannte Angst in ihre Mitte. Anders geht es eben nicht. Mit einer klaren Botschaft und gleichzeitig anrührend, witzig, bunt und hochaktuell feierte das Stück „Peter, du und ich“ des inklusiven Spielclubs des Theaters der Stadt Aalen am Freitag Premiere. Das gesamte Ensemble genoss das Spiel auf der großen Bühne im Kulturbahnhof sichtlich. An diesem Samstag gibt es eine weitere Vorstellung.

Schnarchen, laut atmen, hier und da ein leichtes Stöhnen - sie schlafen, als das Publikum die Plätze einnimmt. Dann das Erwachen einer Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen hinter Mauern. Gähnen, strecken, das Leben begrüßen, das irgendwie kein richtiges ist. „Lockdown-mäßig“ findet Peter es. „Weil es da draußen so gefährlich ist“. Lockdown-mäßig auch die Arbeit - ständig der gleiche Bewegungsablauf, ständig die Mahnungen von Ossi, der auf dem Ausguck Wache schiebt, im Ohr. „Was ist, wenn der Wolf kommt?“, wiederholt der Aufpasser gebetsmühlenartig.

Und dann kommt der Wolf

Als das Tor in der Mauer sich öffnet, bleiben Ossis Warnungen ungehört. Plötzlich ist die Welt bunt, die Wiese voller Blumen, die Wünsche jedes Einzelnen werden ausgesprochen. „Unsere Träume werden wahr“, sagt Franzi und nimmt wie alle anderen ein Bad in der Natur. Dann werden die Träume geteilt. Der Sechser im Lotto mit Zusatzzahl, mit Udo Lindenberg Cello spielen, ein Schloss in Frankreich kaufen, der Porsche, Australien, Amerika, Malle, in der Karibik in der Sonne liegen, die Hauptrolle in einem Hollywoodfilm. Träume, die fast jeder auch im Publikum teilt - auch den vom Frieden in der Welt, der aufkommt, als eine Flaschenpost allen zeigt, wie wichtig auch dieser Traum ist. „So ist es, wenn der Wolf kommt“, sagt Ossi. Und schließlich kommt er. „Ich bin das Risiko, ich bin die Angst“, sagt er. Verhandeln zwecklos.

Risiko, Angst, Sehnsucht, Freiheit, Gemeinschaft - all diese Themen zeigt das Stück, das unter Regie von Richard Haupt entwickelt wurde, klar, aber nie plakativ auf. Jeder der Darstellerinnen und Darsteller, ob nun mit oder ohne Einschränkung - hat seinen Platz - findet Gehör und Aufmerksamkeit, trotz des großen Ensembles von mehr als zehn Menschen. Nur ein paar Requisiten - wie etwa ein Luftballonherz - und eine wunderbare Musikauswahl schaffen starke Bilder - nicht nur auf der Bühne, sondern auch in den Köpfen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie zeigen, es gibt ein Leben mit dem Coronavirus, mit der Angst, dem Risiko - wenn man zusammensteht. 

Für die letzte Vorstellung an diesem Samstag um 17 Uhr gibt es noch Karten unter www.theater-aalen.de

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