Wenn die Schatten Gmünd erobern

+
Auch die Moving Shadows kommen zum Schattentheaterfestival. Eine Gruppe, die man aus dem Fernsehen kennt. Foto: Moving Shadows
  • schließen

Zum 12. Mal lädt die Stauferstadt internationale Ensembles in die Stauferstadt. Was in diesem Jahr besonders ist und wo es Schattentheater auch kostenlos zu erleben gibt.

Schwäbisch Gmünd

Wenn es Herbst wird, dann ziehen in Schwäbisch Gmünd alle drei Jahre die Schatten in den Bann. In diesem Turnus trifft sich die Szene dieser Kunstform in der Stauferstadt. Diesmal sind daraus pandemiebedingt vier Jahre geworden. Und so ist die Vorfreude bei den Machern auf das 12. Internationale Schattentheater Festival besonders groß. Auch, weil erstmals Ensembles, Experten und Fans aus aller Welt das neue Schattentheatermuseum der Stadt gezeigt werden kann. „Damit haben wir etwas, was deutschlandweit etwas ganz Besonderes ist“, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. Und etwas, das die Säulen des Schattentheaters in Gmünd komplettiert, zu denen auch das Internationale Schattentheaterzentrum und das Festival gehören, wie dessen Leiterin Sybille Hirzel sagt.

Ensembles aus ganz Europa

Schweiz, Niederlande, Italien, Spanien, Belgien, Deutschland - diesmal reisen die Ensembles ausschließlich aus Europa an. „Übersee war uns etwas zu heiß, falls wir hätten absagen müssen. Dann wären wir auf den Kosten für die Flüge sitzengeblieben“, so Sybille Hirzel dazu. Der Vorteil der Begrenzung auf Europa sei dafür Nachhaltigkeit. Alle würden mit der Bahn oder in Fahrgemeinschaften anreisen. 14 Ensembles und einige Einzelkünstler seien es, ergänzt Ralph Häcker vom Kulturbüro.

Tradition trifft Moderne

„Es sind ganz viele außergewöhnliche Produktionen im Programm“, sagt Sybille Hirzel. Ob nun traditionelle, wie etwa das Theater der Schatten, Bamberg, das die Geschichte der Stadt in der Johanniskirche erzählen wird oder das Kinderstück „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ im Gewölbekeller des Museums. Aber auch Schattentheater, das sich der Improvisation zuwendet, wie Das Theater-Pack aus der Schweiz, das bei der Eröffnung mit dem Stück „Shadows“ am Freitag, 7. Oktober, im Stadtgarten ein Panoptikum des Schattenmagiers zeigen wird. Oder Human Interface aus Dortmund mit einer Akustischen Lichttheater-Performance oder Melting Paper, eine Produktion, bei der es auch um Achtsamkeit gehe, so Sybille Hirzel. Mit der Gruppe Die Mobilés aus Köln werden eine Art Stars der Szene zu sehen sein. „Die sind schon in vielen TV-Shows aufgetreten“, so Hirzel. Im Stadtgarten werden sie am Samstag, 8. Oktober, ihre Produktion „Moving Shadows“ zeigen. „Es sind spartanische Produktionen zu sehen, die nur mit der Handlampe arbeiten, aber auch solche, die mit den neuen Medien arbeiten. Auch Tanz ist viel dabei.“ Das Festival zeige einmal mehr die ganze Bandbreite des Genres, kleine und große Produktionen an vielen Spielorten, so Ralph Häcker.

Schattentheater für alle

Open Air und kostenlos zu erleben ist das Festival am Eröffnungsabend, Freitag, 7. Oktober, und Samstag, 8. Oktober, im Remspark, jeweils von 20.30 Uhr bis 23.30 Uhr. Am Sonntag, 9. Oktober, ist ab 12 Uhr Tag der offenen Tür im Schattentheatermuseum „schattenreich“. Zudem gibt's dort während des Festivals im Gewölbekeller täglich von 16 bis 20 Uhr das offene Sandlabor mit Sandtogether.

Informieren kann man sich über das Festival auch auf der neuen Homepage www.schattentheater.de, so Katharina Lampe vom Kulturbüro. „Damit sind wir nun deutlich präsenter.“ Offenbar so präsent, dass der Kartenverkauf schon gut läuft. Für kleinere Veranstaltungen müsse man sich sputen, betont Lampes Kollegin Ulrike Kleinrath.

www.schattentheater.de informiert über Programm, Festival und alle Veranstaltungen. Karten im i-Punkt am Marktplatz, Tel. (07171) 603-4250

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Kommentare