Wenn Putzroboter sich Sorgen machen

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Das Theater Aalen zeigt die Koproduktion "Hibernation".
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Das Theater der Stadt Aalen zeigt "Hibernation". Was die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet.

Aalen

Es die "Sorge um die Entsorgung", die sie alle gemeinsam umtreibt. Auch aus dieser Sorge heraus wurde die Idee geboren, ein Stück über die Sorge zu entwickeln.  "Hibernation" - so der Titel der Koproduktion, die das Theater Aalen am Wochenende vom Freitag, 4. März, bis Sonntag, 6. März, in drei Aufführungen im Kulturbahnhof Aalen zeigt. Endlich, kann man sagen. Entwickelt wurde "Hibernation" vom O-Team mit dem HochX Theater und Live Art und dem Theater der Stadt Aalen in einem Prozess, der bereits seit 2018 andauert. Dann kam die Pandemie.

Die Pandemie, die so viele Konzepte durcheinanderwarf. Auch das von "Hibernation". Freilich wurde die "Stückentwicklung" nicht völlig neu konzipiert, wie Regisseur Samuel Hof erklärt. "Die Sorge um Entsorgung wird überlagert mit den Erfahrungen aus der Pandemie, in der Hygiene ja eine große Rolle gespielt hat", so Hof. Diese Erfahrungen habe man assoziativ verarbeitet, um ein "Gefühl widerzuspiegeln." Vorgefertigte Interpretationen gebe es nicht, vielmehr sei es in "Hibernation" dem "Zuschauer überlassen, was er sehen will."

Maschinenperformance, Livekonzert und visuelles Gedicht. All das findet sich in dem Stück laut Ankündigung. Einen Text als Grundlage gebe es nicht, erklärt dazu Antonina Beermann vom O-Team. Andere Protagonisten und Protagonistinnen als sonst übernehmen darin die wichtigen Rollen - wie etwa eine Gruppe von Putzrobotern, "Entsorgerinnen" oder auch eine "Scheinwerferin". Mit auf der Bühne dabei ist aber auch Schauspieler FolkertDücker und Antje Töpfer (Puppenspiel). Inspiriert worden sei man bei "Hibernation" auch vom Film "Wall E", bei dem ein Roboter die Erde aufräume, sagt Samuel Hof.  Und von der Wissenschaftstheoretikerin, Biologin und Geschlechterforscherin Donna Haraway.

Die einzelnen Elemente seien trotz aller Offenheit aber perfekt abgestimmt, wie Tina Brüggemann betont. "Die einzelnen Impulse sind filigran ineinander gearbeitet und es bedarf einer hohen Perfektion, damit alles stimmt."  Ziel sei es dabei gewesen, das Bild noch vielfältiger zu machen. Obwohl es aber eine außergewöhnliche Ästhetik in den Vordergrund stelle, trage das rund 70 Minuten dauernde Stück eine klare Regiehandschrift. „Wir können ein intensives Erlebnis versprechen", so Brüggemann.

Info: "Der Begriff „Hibernation“ bezeichnet ein Dazwischen : Den Ruhezustand von PCs, das künstliche Koma bei Menschen und den Winterschlaf bei Tieren", schreibt das Theater der Stadt Aalen zum Stück. Gefördert wird es im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes, durch den Landesverband freier Tanz- und Theaterschaffender Baden-Württemberg e. V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und durch die Landeshauptstadt Stuttgart. Aufführungstermine: Freitag, 4. März, 20 Uhr, Samstag, 5. März, 20 Uhr, Sonntag, 6. März, 19 Uhr. Karten unter Telefon (07361) 522 600.
kasse@theateraalen.de

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