Wirklich keine brotlose Kunst

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Ausstellung Werner Henkel im Prediger
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Werner Henkel aus Bremen in der Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd. Belegte Brote in der Galerie im Prediger. Die Papiertüten zum Mitnehmen hängen gleich daneben. Das alles ist nicht für den kleinen Hunger zwischendurch, sondern Teil der Ausstellung des Bremer Künstlers Werner Henkel „Himmel und Erde – Wasser und Brot“ in der Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd. Wer sich eines dieser mit Kunst belegten Toastbrote kauft, darf es gleich mitnehmen. „Und 50 Prozent des Erlöses sind für ein Welternährungsprojekt“, sagt der Künstler, dessen Werk nach eigenen Worten „ein kommunikativer Naturbegriff zugrunde liegt“. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Natur durch die Ausstellung, die geprägt ist von einer großen Installation mitten im Raum. Ein großer (Erd)kreis, belegt mit viel heimischer Erde. 36 Grad des Kreises gehören den Weizenkörnern. Damit schafft das Projekt aktuelle politische Bezüge, die so bei der Planung für die ursprünglich für 2020 geplante Ausstellung nicht abzusehen waren. Werner Henkel arbeitet konzeptionell, es geht ihm nicht um eine einheitliche Bildsprache, sondern darum, für jedes Thema die geeignete formale Lösung zu finden. Den Naturraum stellt er mit unterschiedlichen Mitteln dar. Pflanzenbilder als Schattenmalerei, die bunte Vogelwelt an Wand zum Eingang schafft er aus alten Schallplatten und für seine Brotbilder greift er auf Transparentpapier zurück, um gleichzeitig an die 48 000 Hektar mit Kunststofffolie überzogene Landschaft in Spanien zu erinnern, die dort für rascheres Wachstum sorgen soll und „oft einfach untergepflügt wird“, wie Werner Henkel sagt. Weitere Werke sind zu sehen: Collagen mit Pflanzenpressungen, Lötkolben-Zeichnungen auf Toastbrotscheiben oder das 650 Arbeiten umfassende Projekt „Die wundersame Brotvermehrung“. Kuno Staudenmaier

Die Ausstellung geht bis 21. August, Eröffnung ist an diesem Freitag um 19 Uhr. Es sprechen Museumsleiter Dr. Max Tillmann und Kurator Joachim Haller.

„Was uns nährt“ heißt die Installation von Werner Henkel (Mitte). Mit im Bild Joachim Haller und Max Tillmann (rechts).
Ausstellung Werner Henkel im Prediger
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