Wo Farbe und Form auf Ironie trifft: Wolfgang Häberles Serien

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Kurator Joachim Wagenblast freut sich, erneut und diesmal im Museum Wasseralfingen eine Vielzahl von Werken des Künstlers Wolfgang Häberle zeigen zu können.
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Ab Sonntag, 6. März, ist in der Museumsgalerie in Wasseralfingen eine Ausstellung mit Werken des Künstlers zu sehen. Was sich hinter dem Titel "Die Serie als Prinzip" verbirgt.Von Dagmar Oltersdorf

Ausstellung Museum Wasseralfingen
Kurator Joachim Wagenblast freut sich, erneut und diesmal im Museum Wasseralfingen eine Vielzahl von Werken des Künstlers Wolfgang Häberle zeigen zu können.

Aalen-Wasseralfingen

Da steckt mehr dahinter, als hübsche Bilder", sagt Joachim Wagenblast und dreht sich in Richtung rote Wand. Dort, in der Museumsgalerie Wasseralfingen, warten diese Bilder auf Betrachterinnen und Betrachter: die Werkserien des Künstlers Wolfgang Häberle. Zu dessen Siebzigsten Geburtstag hat Wagenblast die Ausstellung "Die Serie als Prinzip" kuratiert. Eröffnet wird sie am Sonntag, 6. März.

Einmal mehr trotzt damit die Museumsgalerie der noch immer andauernden Pandemie. "Ich freue mich, trotz Corona wieder eine wirklich schöne Ausstellung zu haben", sagt Ortsvorsteherin Andrea Hatam. Sie sieht in Häberles Werk viel "Farbenfrohes, Motivierendes, was gute Laune macht." 

Tatsächlich ist all das in Häberles Arbeiten zu finden - etwa in seinen Serien, in denen er Blumen wie Tulpen aus dem Ijsslmeer in ihrer schlicht-schönen Farbigkeit zeigt. Gute Laune, vielleicht sogar Appetit, machen sicher auch Häberles Brezeln - die Ausstellung zeigt gleich mehrere großformatige Arbeiten dieser Reihe. "Häberle ist Schwabe durch und durch", sagt Joachim Wagenblast dazu. "Da beschäftigt er sich ganz nach dem Prinzip eben auch mit Brezeln." 

Zwar zeigt die Ausstellung aus Stillleben, trotzdem ist Häberle "kein Schönmaler", wie der Kurator es beschreibt. "Er geißelt auch die Gesellschaft. Immer wieder hinterfragt er Zustände", sagt er und weist auf die Serie "Aus deutschen Landen". Ironie, Doppeldeutigkeit, dazu eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken. Öl, Tusche, Aquarell. Ein Triptychon, das er bereits in der Ausstellung "Der letzte Guss" 2021 zeigte und das wie die Brezeln im ersten Stock seinen Platz gefunden hat, steht ebenso für diese Vielseitigkeit. Häberle arbeite mit einem Malerflies als Malgrund.

Unverkennbar in all dem Häberles Leidenschaft für Serien. Dem Stuhl widmet er sich ebenfalls gleich in mehreren Arbeiten - ein Gemälde von 1994 trägt den Titel "Der Querdenker" - damals noch anders interpretiert. Eine weitere Serie zeigt das Brandenburger Tor -  mal ganz schwarz, im großformatigen "Finale" dagegen in den fiebrigen Farben der deutschen Flagge. "Er befasst sich mit dem Prinzip des Tores als solches", sagt Wagenblast. Ebenso mit Weinbergen und Rapsfeldern als "kleine Heimaten", aber auch mit der Fassade der Stephanuskirche.

Ganz im Sinne des Kurators. "Die Werke dieser Ausstellung verfolgen das Ziel, gemäß dem Bund für Heimatpflege, die Identität des Landes und ihrer Kunst, des eigenen kulturellen Schaffens zu würdigen", sagt Wagenblast. Dazu zähle eben auch der Häberle. In diesem Sinne sei auch das weitere Programm für 2022: eine Ausstellung zum 60. Geburtstag von Eckard Scheiderer, zum 10. Geburtstag des Aalener Künstlerkollektives und ein weiteres großes Projekt zur Kunst Sieger Köders.

Eröffnung ist am Sonntag, 6. März, 11 Uhr, im Bürgerhaus. Es begrüßen Andrea Hatam und Oberbürgermeister Frederick Brütting, die Einführung hält Galerist Rudolf B ayer.

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