Wo Frankenstein gruselt und Roboter im Rudel auftreten

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Hereinspaziert: Intendant Tonio Kleinknecht, Dramaturgin Tina Brüggemann und der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Winfried Tobias können endlich wieder ins Theater einladen.
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Das Theater der Stadt Aalen stellt seine neue Spielzeit vor. Welche Premieren und welche Wiederaufnahmen zu sehen sind.

Aalen

Monopoly ist mit im Spiel, so Intendant Tonio Kleinknecht. „Wir kommen uns ein wenig vor wie zurück auf Los“, sagt er, als er die neue Spielzeit 2021/2022 des Theaters der Stadt Aalen zusammen mit Dramaturgin Tina Brüggemann und dem Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Winfried Tobias vorstellt. Nach den Corona-Lockdowns hoffen die Theatermacher auf einen „unbeschwerteren Herbst“, so Kleinknecht. „Impfen, impfen, impfen“, so sein Appell dazu.

Ob nun geimpft, genesen oder getestet - auf die Gäste des Theaters wartet ein Programm, das nicht nur unbeschwerte Stunden, sondern Spannung, Denkanstöße und das Erleben ungewöhnlicher Bilder verspricht.

Bewegt: die Spielzeiteröffnung: am 19. September

Bereits ein paar Wochen vor der ersten Premiere steht das gemeinsame Fest zur Spielzeiteröffnung auf dem Plan: Am Sonntag, 19. September unter dem Motto „Der KubAA tanzt“. Das Haus feiert mit Disco, Tanz und Tanzfilmen im Kino am Kocher, im Veranstaltungssaal und drumherum, so es die dann aktuelle Inzidenz erlaubt.

Schaurig: die erste Premiere Im KubAA am 2. Oktober

„Eine schöne Arbeit“, lobt Tina Brüggemann schon vorab die Inszenierung „Frankenstein“ von Jonathan Giele und Videokünstler Marco Kreuzer. Die beiden hätten eine eigene Theaterfassung „ganz nah am Roman“ geschaffen. „Die beiden arbeiten mit viel Ästhetik“, so Brüggemann. In Zusammenarbeit mit dem Bühnenbild von Marlis C. Schröder entstehe so eine „Gruselatmosphäre, die das im Unterbewusstsein verborgen Schlummernde“ auferstehen lasse.

Für die ganze Familie: „Ox und Esel“ mit Musik ab November

Die Weihnachtsgeschichte neu und aus anderer Perspektive erzählt: Ox und Esel finden ein Baby in der Krippe und wissen erst mal nicht so richtig, was sie damit anfangen sollen, so Winfried Tobias. „Aber natürlich wachsen beide über sich hinaus.“ Das Stück von Norbert stelle Fragen danach, was wichtig sei im Leben und wie man Freundschaft und Solidarität leben könne. Wie immer bei dem Weihnachtsstück gibt's Musik dazu. Diesmal von Axel Nagel und Christian Steiner. Premiere: 21. November.

Schlag auf Schlag: drei neue Stücke im Januar

„Turbulent“ wird der Januar 2022 mit gleich drei Premieren, so Kleinknecht. Mit „Furor“ von Sarah Nemitz und Lutz Hübner, das am 8. Januar Premiere feiere, erwarte die Gäste ein „packendes Rededuell“ , in dem es um existenzielle Fragen des Zusammenlebens gehe mit „drei tollen Schauspielleistungen“ von Manuel Flach, Anne Klöcker und Bernd Tauber.

Ein ganz besonderes Projekt sei auch „Sarabande“, eine „Weltuntergangsfabel“, die am 14. Januar Premiere hat. Das Stück ist inszeniert als Abschlussarbeit zweier Studentinnen der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. „Ich war bei den ersten Proben und war baff, wie man mit so viel Kraft und Phantasie die Vergänglichkeit feiern kann“, so Kleinknecht.

Der Intendant wird auch in der neuen Spielzeit das Stück inszenieren, das sich dem Deutschabitur-Thema widmet. Diesmal ist es Thomas Manns „Felix Krull“. Wie im Theater gehe es um das Spiel mit der Verwandlung, anders als im Theater aber um die im echten Leben. Authentizität, Identität, Lebensfreude, Lebenskunst, all das seien Themen, die mit der Premiere am 26. Januar in Kooperation mit den Theaterring auf die Bühne kommen. Kooperiert werde dabei mit dem Theaterring und mit der Schweizer Academia Teatro Dimitri - auch Akrobatik und Clownerie werden in der Inszenierung eine Rolle spielen.

Zärtliche Geschichte: „Paul*“ von Eva Rottmann

„Wer bin ich“, das ist auch ein Thema bei „Paul“, so Winfried Tobias, der bei dem Stück Regie führt, das am 10. Februar Premiere feiert - „dann hoffentlich im Alten Rathaus“, so Tobias. In der Eine-Person-Inszenierung gehe es um die Themen Sexualität, Selbstwahrnehmung, Rollen- und Geschlechterzuschreibung., Transgender und Emanzipation. Es gehe um Chris und Paul, die früher Paula gewesen sei. „Wir haben auf der Bühne Chris, der lernen muss, sich zu verhalten.“ Philipp Dürschmied spiele die Hauptrolle in dieser „sehr nachvollziehbaren und zärtlichen Geschichte.“

Ein Rudel Putzroboter: Hibernation ab dem 4. März

„Das sollte sich niemand entgehen lassen, der ernsthaft am Theater interessiert ist“, rät Tina Brüggemann. Der Theaterraum als weißer Kubus, in dem die Auseinandersetzung mit der Tatsache steht, dass „wir mit Marder und Wurm, aber auch mit der Maschine leben“, so Brüggemann. Dabei greife auch ein Rudel Putzroboter in das Geschehen ein. Das Stück wurde entwickelt vom O-Team und feiert am 4. März Premiere.

Zurück ins Freie: Minna von Barnhelm im Schloss Wasseralfingen

Ein „außergewöhnliches Lustspiel“ mit einer „außergewöhnlichen Frauenfigur“ im Zentrum verspricht Brüggemann mit Lessings Stück, das am 2. Juli im Schloss Wasseralfingen Premiere unter ihrer Regie feiern wird. Gemäß dem Zitat Lessings. „Das Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruss.“

Wiederaufnahmen und Theaterkarten

Zu sehen sein wird außerdem: „Planet der Hasen“, „Das Heimatkleid“, „Die große Erzählung“, „Romeo und Julia“, „Kleine Eheverbrechen“, „Warte nicht auf den Marlboro-Mann“, „Kikerikiste“ und „Alle außer das Einhorn.“

Karten unter Telefon (07361) 522 600 und per Mail an kasse@theateraalen.de. Der Vorverkauf für „Frankenstein“ hat bereits begonnen.

Wir kommen uns ein wenig vor wie zurück auf Los.“

Tonio Kleinknecht, Intendant Theater der Stadt Aalen

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