Zauber mit Sabine Meyer und Alliage

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Konzert mit Weltstars: Sabine Meyer (Klarinette, links) und das Alliage Quintett im Fliegenden Museum in Elchingen. Foto: Oliver Giers
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Beglückendes Konzert im „Fliegenden Museum“ in Elchingen mit internationaler Bestbesetzung gerät zum Höhepunkt des Neresheimer Kulturschaffens.

Neresheim-Elchingen

Im Dezember werden (fast) alle Musikveranstaltungen zur Vorweihnacht, auch das Konzert des Alliage-Quintetts am Freitagabend im großen Saal des „Fliegenden Museum“ auf dem Flugplatz Elchingen. Dieses Konzert mit dem Weltstar Sabine Meyer hieß Winterzauber und war ein grandioser Ganzjahreshöhepunkt.

Das Alliage-Quintett (vier Saxophone plus Klavier) ist seit 20 Jahren in den Konzertsälen der Welt unterwegs, hochdekoriert mit Wettbewerbserfolgen der Künstler und Auszeichnungen des Ensembles. Exklusiv für Alliage geschriebene Kompositionen und Adaptionen sinfonischer Werke, hochvirtuose eigene Arrangements stehen auf ihrem Programm. In Elchingen trat das Ensemble mit der weltberühmten Klarinettistin Sabine Meyer auf, die nicht als Solistin und Gast wirkte, sondern wie ein leitendes, in jedem Fall inspirierendes Ensemble-Mitglied. Die CD „Fantasia“ von 2016 in eben dieser Besetzung dokumentiert die bewährte Zusammenarbeit.

Musikalische Qualität, beherzte Interpretation und glänzende Kompositionen machten das Konzert in Elchingen zum bewegenden Ereignis. Der zauberhafte Weg durch den Abend begann mit der Humperdinck-Ouvertüre „Hänsel und Gretel“, zu Herzen gehend sanft aufblühend gespielt, die Soloklarinette in die Komposition integriert und zugleich wie ein Silberglanz auf dem sinfonischen Sound der Saxophone.

Fünf Stücke von Dmitrij Schostakowitsch zeigten interpretatorische Vielfalt bis hin zur fröhlichen Polka in musikantischer Brillanz. In der Mitten jener Walzer, den man als den sinfonischen Walzer an sich hörte, mit hingebungsvoller Ambition und virtuoser Perfektion gespielt und als Zugabe wiederholt.

Das ewige Air aus der Orchestersuite BWV 1068 von J.S.Bach wurde mit romantischer Geste und souveräner Klarheit präsentiert. Hier wie in allen Stücken des Abends beeindruckte die selbstverständliche Präzision und die prägende Struktur durch Jang Eun Bae am Flügel.

Eine intelligente Verarbeitung weihnachtlicher Melodien vom französischen Komponisten Cyrille Lehn (geb 1977) gab dem Ensemble Gelegenheit zu offenem jazzigem Sound mit kontrollierter Wildheit, auch hier geführt von der energischen Klarinette. Eine „Weihnachtsgeschichte“ von Stefan Malzew (geb. 1964) verarbeitete mit feiner Ironie saisonales Liedgut und geriet dem Ensemble streckenweise zum Weihnachtsstatement. Der Blumenwalzer aus der Nussknackersuite von Tschaikowski kam flott und exzellent bis in die filigrane und legendäre Kadenz daher. Ein rasanter „Trepak“ beendete das mitreißende Programm.

Das Publikum jubelte. Mehr als 200 Menschen hatten den Weg auf das winterliche Härtsfeld gefunden zu einem Konzert der Extraklasse, ein Höhepunkt des großartigen Neresheimer Kulturschaffens in diesem Jahr.

Konzert mit Sabine Meyer und dem Alliage Quintett im Fliegenden Museum in Elchingen.
Konzert mit Sabine Meyer und dem Alliage Quintett im Fliegenden Museum in Elchingen.
Im Fliegenden Museum (von links): Sabine Meyer, Daniel Gauthier, Jang Eun Bae am Flügel, Miguel Valles Mateu, Sebastian Pottmeier und Simon Hanrath. Foto: Oliver Giers)

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