Nachruf

Zum Tode von Ursula Braun

Oberkochen. Reich ist sie ausgefallen, die malerische Ernte vieljähriger kreativer Fleißarbeit. Ursula Braun kann stolz sein auf ihre expressiven Landschaften und an der naiven Kunst und Sonntagsmalerei orientierten figurativen Blätter. Viel hat sie versucht, von einer gründlichen künstlerischen Neugier getrieben.
Bis ins hohe Alter. Jetzt ist die Malerin mit 84 Jahren gestorben.

Fahren wir auf einer „Rolltreppe“ hinein in ihre von Gegensätzen geprägte Bildergalerie. Fein ausgearbeitet, wirken die in ihrer Bewegung eingefrorenen Personen auf dieser Treppe trotz ihrer Zahl individuell verloren; ihre statischen Gesichtszüge schaffen eine Aura in sich gekehrter Trauer. Zumindest ihrem Ausdruck nach stehen sie nicht auf der Treppe zum Glück.

Exemplarisch spiegelt dieses Werk das Spannungsfeld wider, in dem sich die Künstlerin bewegt hat. Zwischen der anrührenden Emotionalität ihrer pointillistischen floralen Farberuptionen und der akribischen Perfektion ihrer Gestaltbilder. Hier das freie Spiel der kreativen Kräfte, dort die minuziös eingehaltene Ordnung, wie auf dem Schreibtisch der Chefsekretärin, als die sie fast 40 Jahre lang in den Diensten der Weltfirma Carl Zeiss gestanden hat.

Ihr künstlerisches Handwerk verfeinert hat sie in Malkursen bei Ernst Wanner und Alfred Bast. Anregungen gefunden hat sie in den Naturbeschreibungen ihrer Lieblingsautorin Sarah Kirsch. -uss

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