Zwei Stunden Jazz vom Feinsten

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Das Frankfurt Jazz Trio mit (v.li.) Olaf Polziehn, Martin Gjakonovski und Thomas Cremer bot in der Schranne Jazz vom Feinsten.
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Die Musiker des Frankfurt Jazz Trios treiben sich in Bopfingens Schranne gegenseitig zu Höchstleistungen an.

Bopfingen. Rund 30 Jazzliebhaber haben sich am Freitagabend in der Schranne eingefunden – und diese erlebten in dem etwa zwei Stunden dauernden Gastspiel des Frankfurt Jazz Trios einen wahren Hörgenuss. Mit drei virtuosen Künstlern, die dafür sorgten, dass niemand sein Kommen bereuen musste.

Die Kulturbeauftragte der Stadt Bopfingen, Victoria Schrödersecker, freute sich, dass es wieder Konzerte geben kann. Sie bezeichnete das Gastspiel unter dem Titel „Our favorite Things“ als die inoffizielle Eröffnung der Rieser Kulturtage.

Danach legten die drei Musiker - Schlagzeuger Thomas Cremer, seit über 50 Jahren im Jazz in verschiedenen Formationen tätig, Olaf Polziehns am Klavier und Martin Gjakonovski am Kontrabass - sofort los mit dem ersten Stück. Nach ruhigem Beginn ging es in einen flotten Rhythmus über, bei dem die Besucher bald mitwippten und die Musiker erste Kostproben ihres Könnens in Soli darboten.

Der 74-jährige Thomas Cremer stellte das Ensemble kurz vor, das er 1998 gegründet hatte und das immer wieder in wechselnden Besetzungen auftritt. Seit Bestehen hat es sich auch in Funk und Fernsehen deutschlandweit einen Namen gemacht.

Olaf Polziehns, 52-jährig und aus Freiberg am Neckar stammend, war von Beginn an am Klavier der bestimmende Part des Trios. Er spielte sich aber mit seinen Kollegen immer wieder quasi die Bälle zu mit jeweiligen Soli, die das beeindruckende Können aller drei Musiker zeigten. Unauffällig im Hintergrund, und doch sehr präsent, immer mit einem Lächeln auf den Lippen, Martin Gjakonovski am Bass.

Im ersten Teil spielten die drei Musiker unter anderem zwei eigene Kompositionen, aber auch ein Stück von Puccini, eines, das von Glen Campbell stammte, und George Gershwins „Nice work if you can get it“. Die jazzigen Arrangements stammten meist von Polziehns, wie Cremer sagte. Die Zuhörer belohnten das Trio bereits zur Pause mit viel Beifall. „Die spielen richtig gut“, sagte ein Besucher sehr zufrieden.

Im zweiten Teil ging es weiter mit Stücken von Gershwin, Fats Waller, Jerome Kern – der es hasste, wenn Jazz-Musiker seine Stücke spielten, wie Polziehns schmunzelnd sagte – und eigenen Stücken.  Und die Musiker trieben sich zu immer weiteren Höchstleistungen, was mit viel Applaus belohnt wurde.

Vor dem letzten Stück mit dem Titel „Hope“ sagte Polziehn: „Kultur ist sehr wichtig, das zeigt sich gerade, und für Künstler ist es wichtig, dass vom Publikum etwas zurückkommt – so wie hier.“ Aber natürlich ging das Konzert nicht zu Ende, ohne Zugaben und lang anhaltendem Beifall. Jürgen Eschenhorn

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